Mode
In Basel gibts keinen klaren Trend mehr – Mann und Frau tragen, was sie wollen

Karo, Strick und oversized: Modedesigner und lokale Labels stellen ihre aktuellen Kollektionen für den Winter vor. Doch trotz Kapuzenpulli oder Baumwolljacken: Es gibt keine eindeutigen Modetrends mehr. Nur eine auffällige Farbe existiert noch.

Muriel Mercier
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Ende Oktober stellt Raphael Blechschmidt seine Kollektion vor. niz

Ende Oktober stellt Raphael Blechschmidt seine Kollektion vor. niz

Die warmen Tage sind in diesem Jahr definitiv Vergangenheit: Nieselregen, trübe Stimmung und Temperaturen um die 10 Grad erwarten die Basler an diesem Wochenende. Es hilft nichts: Wer nicht noch Ferientage zugute hat und in die Wärme fliegen kann, muss den Kleiderschrank umräumen.

Trägershirts, Röcke und Shorts raus, Pullis, warme Hosen und Wintermäntel rein. Die Basler Modegeschäfte haben ihren Schaufensterpuppen schon seit längerem warme Kleider angezogen. Und auch der Basler Modedesigner Raphael Blechschmidt führt die letzten Nadelstiche an seiner Winterkollektion 2013/2014 aus.

Handbestickte Elemente auf Capes

«Heute sind Modetrends nicht mehr auszumachen», sagt Blechschmidt. Er widmet sich dieses Jahr unter anderem dem Karomuster in verschiedenen Farbvarianten: rost-braune Töne, schwarz-rot-weiss oder grau-schwarz mit roten Streifen. «Also nicht das typische Schottenkaro.» Auch die Grössen der Karos sind mit 6 bis 12 Zentimetern unterschiedlich. Ebenfalls beliebt sind bei ihm wattierte und gesteppte Stoffe: auf der einen Seite gemustert, auf der anderen uni. Und zu guter Letzt schmückt Blechschmidt seine Kreationen mit handbestickten Elementen. Vor allem auf Capes. Die Umhänge sind zum Beispiel bestickt mit feinen Perlen auf dem Kragen.

Wer weniger Haute Couture, sondern warme Kleider für den Alltag sucht, findet moderne und mondäne Mode im Marinsel an der Feldbergstrasse. Die Geschäftsführerin Marianne Mumenthaler führt für die Frauen eine spannende Auswahl an Strick-Waren. Rot-, dunkelblau- und grau-meliert. Oversized – also übergross – ist ebenso ein Thema, vor allem in Sachen Seiden-Tops. «Der Druck auf den Shirts ist digital und zeigt unregelmässige Muster, der Oberfläche von Steinen ähnlich.»

Ihre Männermode kommt klassisch-sportlich daher, Strick ist auch dort angesagt. Ansonsten hängen Daunen- und gewachste Baumwolljacken an den Kleiderbügeln. Farblich erscheint die Mode «eher zurückhaltend und dunkel». Sprich: navy, schwarz, bordeaux und oliv. «Die einzige auffällige Farbe ist senfgelb.» Mumenthaler legt bei ihrer Ware Wert auf Naturfasern, betont sie.

Tendenz machts Kunden schwer

Gewohnt schlicht sieht es im Geschäft von Tarzan am Spalenberg aus. Farbige Parkas und gefütterte Hoodies – umgangssprachlich Kapuzenpulli –, mit Knebelverschluss führen sie viele im Angebot, so Geschäftsführer und Inhaber Manuel Rieder. Aber auch Tarzan setzt – wie Mumenthaler im Marinsel – auf Strick und oversized in der Frauenmode. Qualität liegt Rieder am Herzen, 100-Prozent-Biobaumwolle wird gross geschrieben.

Es kristallisiert sich heraus, dass der renommierte Modedesigner Raphael Blechschmidt recht hat: Es gibt keinen klaren Trend in diesem Jahr. «Heutzutage ist sehr viel in. Von den Farben über die Längen der Kleider. Das macht die Auswahl für Kunden nicht einfach.» Man müsse als Modedesigner seinen eigenen Weg gehen und einfach umsetzen, was man selber empfindet. «Die Designer heute inspirieren sich nach Themen. Mir zum Beispiel kommen Ideen bei Ausstellungen oder beim Betrachten von Bildern.»