Quartierstrassen-Durchfahrtsverbot
In Birsfelden klingelt die Bussenkasse

2000 Franken: So viel Bussgeld nimmt die Gemeinde Birsfelden zurzeit ungefähr pro Tag ein. Um genauer zu sein: zwischen 16 und 19 Uhr. Dann nämlich sind die Quartierstrassen im Sternenfeld und im Birsmatt-Quartier jeweils nur als Einbahnstrassen befahrbar.

Julia Gohl
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In Birsfelden wird der Pendlerverkehr abends mit Fahrverboten auf Gemeindestrassen eingedämmt.

In Birsfelden wird der Pendlerverkehr abends mit Fahrverboten auf Gemeindestrassen eingedämmt.

Kenneth Nars

Das Zufahrtsregime hat Birsfelden an Pfingsten eingeführt, um dem täglichen Stau in den Quartierstrassen durch den Ausweichverkehr von der A2 Herr zu werden. Deshalb dürfen zu Feierabendzeiten nur noch Anwohner, das lokale Gewerbe sowie Velofahrer die betroffenen Strassen in beiden Richtungen befahren. Alle anderen werden mit einer Busse von 100 Franken bestraft.

15 bis 20 Bussen pro Tag

Obwohl das Zufahrtsregime bereits seit über einem Monat in Kraft ist, gibt es immer noch zahlreiche Autolenker, die gebüsst werden. Seit Einführung verteilt die Gemeindepolizei bei ihren täglichen Kontrollen durchschnittlich 15 bis 20 Bussen am Tag. «Wir dachten eine Weile, die Bussen werden weniger», sagt der Birsfelder Gemeindepräsident Christof Hiltmann. «Aber gerade letzte Woche gab es wieder einen Tag, an dem so viele Autolenker das Zufahrtsverbot missachteten, dass die Polizisten gar nicht mehr nachkamen mit dem Verteilen von Bussen.»

Entsprechend glaubt Hiltmann nicht, dass die strengen täglichen Kontrollen bald gelockert werden können. «Den Sommer über werden wir sie bestimmt fortsetzen müssen», vermutet er. Erst wenn sich die Autofahrer an das neue System gewöhnt haben und sich daran halten, wird die Gemeinde die Kontrollen lockern. «Bis dahin kostet es eben, so viel es kostet.»

Vor Einführung des Einbahnstrassenregimes wurde der Aufwand auf gut 120 000 Franken geschätzt, wovon geschätzte 100 000 Franken durch Bussen wieder eingenommen werden können. Ob diese Zahlen aufgrund der bisherigen Erfahrungen noch immer aktuell sind, kann Hiltmann noch nicht abschätzen.

Dass sich das neue Regime aber lohnt, davon ist Hiltmann überzeugt. Die Quartiere seien bereits viel weniger durch fremden Verkehr belastet, und auch die Buslinien, die durch Birsfelden fahren, würden wieder schneller vorwärtskommen. «Es zeigt sich bereits: Wer vom Zufahrtsregime in Birsfelden weiss, für den ist es unattraktiv geworden, über unsere Gemeinde dem Verkehr auf der A2 auszuweichen», stellt Hiltmann fest. Entsprechend positiv seien auch die Rückmeldungen aus den betroffenen Quartieren. «Ein Grossteil findet sogar, wir sollten noch strenger büssen und kontrollieren.»

Abwarten und auswerten

Die Einbahnregelung ist längst nicht die einzige Massnahme, die Birsfelden im Kampf gegen den Ausweichverkehr von der A 2 einführt. Erst im vergangenen Jahr hat die Gemeinde etwa die Schaltvorgänge der Ampeln an der Hauptstrasse optimiert, die Bushaltestellen umgestaltet oder die Rheinparkstrasse mit einem Fahrverbot belegt. Nun ist zunächst keine weitere Anpassung geplant. «Wir warten erst einmal ab, bis sich die Einbahnregelung etabliert hat, und werden diese auswerten. Dann wird sich zeigen, ob weitere Massnahmen nötig sind», so Hiltmann.

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