Gemeinderatswahlen
In der zweiten Runde stehen brisante Wahlgänge an

In diesen 14 Gemeinden müssen am 10.April noch Gemeinderäte komplettiert werden. Gleich mehrere Kampfwahlen und Sesseltänze stehen bevor.

Simon Tschopp
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Am 10.April werden in 14 Baselbieter Gemeinden die Stimmberechtigten wieder an die Urne gerufen. (Symbolbild)

Am 10.April werden in 14 Baselbieter Gemeinden die Stimmberechtigten wieder an die Urne gerufen. (Symbolbild)

In 14 Baselbieter Gemeinden werden am 10. April die Exekutiven ergänzt. Im ersten Wahlgang Ende Februar erreichten in fünf Kommunen nicht genügend Kandidierende das absolute Mehr, in anderen standen zu wenig offizielle Bewerberinnen und Bewerber zur Wahl, sodass die Behörden nicht vollständig gewählt werden konnten.

In sieben Gemeinden stehen in eineinhalb Wochen Kampfwahlen an. In Allschwil stechen Patrick Lautenschlager (SP) und Roman Klauser (SVP) um den noch vakanten Sitz. Lautenschlager erreichte im ersten Wahlgang zwar 100 Stimmen mehr als Klauser, doch nun empfehlen alle bürgerlichen Parteien den SVP-Landrat zur Wahl. Mit diesem könnte die SVP erstmals in den Allschwiler Gemeinderat einziehen. Der Wahlgang vom 28. Februar wurde von einem Chaos überschattet; unter anderem wurde das absolute Mehr falsch berechnet.

Einige Sesseltänze

Ebenso spannend ist die Ausgangslage in Binningen: Rahel Bänziger Keel (Grüne), Caroline Rietschi (SP), Eva-Maria Bonetti (FDP) und Christoph Anliker (SVP) lagen im ersten Wahlgang bloss 65 Stimmen auseinander. Einzig der ebenfalls wiederkandidierende parteilose Urs-Peter Moos wies einen klaren Rückstand auf. Die zwei Linken und die beiden Bürgerlichen werden die drei noch zu besetzenden Mandate unter sich ausmachen.

In Seltisberg streiten sich vier Kandidierende für noch einen zu vergebenden Sitz. Die bisherige Gemeinderätin Vanessa Duss Jacobi tritt trotz ihrer Schlappe von Ende Februar wieder an. Damals musste sie sich mit dem schlechtesten Resultat abfinden. Die «Eigenheim-Affäre», in die auch Duss’ Ehemann und Kantonsingenieur Oliver Jacobi involviert ist, hat ihr offenbar geschadet. Nun wird sich Vanessa Duss Jacobi nicht nur mit Naomi Reichlin, die sie im ersten Wahlgang um über 50 Stimmen distanziert hat, zu messen haben, sondern auch mit den zusätzlichen Gegenkandidaten Tobias Grieder und Charles Racz.

Aufgrund der Resultate vom 28. Februar dürften in Pfeffingen Jacqueline Cueni-Meury (CVP) und Susanne Schindler (FDP) das Rennen machen und in die Exekutive einziehen. Die beiden Frauen verfehlten im ersten Umgang das absolute Mehr bloss um eine respektive zwei Stimmen. Im April treten auch wieder die parteilosen Martin Kaiser und Andreas Schärer-Camenisch an, die im ersten Wahlgang jedoch deutlich zurückgelegen haben.

In Füllinsdorf kommt es zum Duell zwischen Julia Baumgartner von der SP und Catherine Müller (FDP). Eine Prognose zu stellen ist schwierig. Im ersten Wahlgang wurden für die Juso-Co-Präsidentin Baumgartner (352 Stimmen) und Müller (347) fast gleich viele Stimmzettel eingelegt.

Auch in Wintersingen und Burg ist noch je ein Mandat zu vergeben, und ebenfalls wollen hier je zwei Kandidaten Gemeinderat werden. In Wintersingen steht eine Ersatzwahl an, in der das absolute Mehr gilt. Gemeinderat Roman Bongni war Ende Februar mit dem zweitbesten Resultat wiedergewählt worden, gab jedoch kurz danach bekannt, dass er die neue Amtsperiode aus beruflichen Gründen nicht antreten könne. Nun streiten sich um die Nachfolge Daniel Engel und Martin Fischer. In Burg heissen die offiziellen Kandidaten Marcel Meier und Roger Schorer. Weniger komfortabel ist die Lage in einer anderen Laufentaler Gemeinde. In Roggenburg hat bis jetzt noch niemand sein Interesse am fünften Gemeinderatssitz kundgetan.