Konstanz
In Meltingen triumphiert die FDP

Die politischen Verhältnisse in Meltingen sind wieder dieselben wie vor dem grossen Knatsch

Dimitri Hofer
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In Meltingen hat sich nicht viel geändert, die Verhältnisse sind wieder dieselben wie vor dem grossen Streit.

In Meltingen hat sich nicht viel geändert, die Verhältnisse sind wieder dieselben wie vor dem grossen Streit.

Juri Junkov

Noch ein wenig mehr Spannung als in den anderen Ortschaften des Schwarzbubenlands versprachen die Gemeinderatswahlen in Meltingen. Im Thiersteiner Dorf waren in den letzten Monaten wegen Streitigkeiten zuerst beide CVP-Gemeinderäte und anschliessend alle drei FDP-Gemeinderäte zurückgetreten. Einzig der unabhängige Gemeindepräsident Gérard Zufferey blieb übrig, weshalb die Gemeinde seit eineinhalb Monaten vom Kanton Solothurn zwangsverwaltet wird.

Im Thierstein fragte man sich deshalb, welche Auswirkungen die Querelen auf die Erneuerungswahlen des sechsköpfigen Gemeinderats haben würden. Schaut man sich die Resultate an, könnte man meinen, in Meltingen sei nichts Aussergewöhnliches passiert. Die Verhältnisse sind wieder dieselben, wie vor den Auseinandersetzungen. Die FDP gewann drei Sitze, die CVP zwei und der politisch arbeitslose Gemeindepräsident Gérard Zufferey schaffte die Wiederwahl in den Gemeinderat.

Zufferey mit schlechtem Resultat

Die mit Abstand meisten Sympathien bei den Meltingern geniessen die drei Kandidaten der FDP. Der zurückgetretene Gemeinderat Peter Jeger holte mit 293 am allermeisten Stimmen. Dahinter folgen die beiden jungen FDP-Kandidaten Michel Hänggi mit 255 Stimmen sowie Matthias Hänggi mit 253 Stimmen. Beide schafften auf Anhieb den Sprung in den Gemeinderat.

Für den wieder in die Dorfexekutive einziehenden Peter Jeger ist das hervorragende Resultat seiner Freisinnigen eine Überraschung. «Ich dachte, dass die Grabenkämpfe deutliche Spuren hinterlassen hätten», erklärt er. Man sei wieder bereit, Verantwortung zu übernehmen. Besonders freue er sich, dass die neuen Kandidaten der FDP viele Stimmen auf sich vereinen konnten.

Die CVP wird künftig erneut zu zweit im Gemeinderat des 660-Seelen-Dorfes politisieren. Der im Herbst zurückgetretene Pius Spaar schaffte den Wiedereinzug mit 189 Stimmen. Dahinter folgte mit 169 Stimmen Friedrich Wüthrich. Der abtretende Solothurner Kantonsrat Fabio Jeger wurde nicht gewählt.

Mit einem schwachen Resultat zieht der umstrittene Gemeindepräsident Gérard Zufferey in den Gemeinderat ein. Der Unabhängige holte 115 Stimmen und damit am wenigsten aller Gewählten. Ob er bei den Gemeindepräsidentenwahlen am 2. Juli wieder antrete, sei für ihn noch nicht klar.

Auch bei der FDP stehe laut Peter Jeger noch nicht fest, ob man einen allfälligen Gegenkandidaten aufstelle. Die Frist für Nominationen endet heute in einer Woche. Sowohl Zufferey als auch Jeger sagen, dass sie für ein klärendes Gespräch mit allen Gewählten in den nächsten Tagen bereit wären.

Gérard Zufferey zeigt sich letztlich enttäuscht über das Gesamtresultat: «Dass die FDP ihr Übergewicht halten konnte, ist schlecht für die Demokratie.» Er habe sich erhofft, dass eine grössere Vielfalt Einzug halten würde. Aufgrund des Proporz-Systems schaffte es der einzige SVP-Kandidat Erich Fidler nicht in den Gemeinderat – und das, obwohl er mit 214 die viertmeisten Stimmen aller Kandidierenden holte.