Strassenbeleuchtung
In Oberwil bleibt es nachts stockdunkel

Mit dem Löschen der Strassenbeleuchtung spart die Gemeinde Geld, aber mit den neuen LED-Leuchten spart sie deutlich mehr.

Michel Ecklin
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Von 1 bis 5 Uhr nachts werden die Strassenlampen in Oberwil ausgeschaltet.

Von 1 bis 5 Uhr nachts werden die Strassenlampen in Oberwil ausgeschaltet.

AZ

Seit 1. Juli 2015 bleibt es in einigen Oberwiler Gemeindestrassen von Montag bis Freitag zwischen ein und fünf Uhr nachts dunkel. Dann werden die Strassenlampen abgelöscht. Das ist eine Massnahme, welche die Gemeindeversammlung Anfang 2015 beschlossen hatte – weniger, um die Umwelt zu schonen, als vielmehr, um weniger für Strom auszugeben. Denn den Oberwiler Finanzen ging es damals schlecht, es stand eine Steuererhöhung zur Diskussion.

Und jetzt zeigt sich: Die Gemeinde hat im zweiten Halbjahr 2015 tatsächlich Geld gespart, nämlich rund 5000 Franken. Zum Vergleich: In den vergangenen Jahren kostete der Strom für die öffentliche Beleuchtung und die Lichtsignalanlagen in Oberwil jeweils rund 75 000 Franken. Doch ob Oberwil bei einem vollständigen Abstellen der Strassenlampen 40 000 Franken pro Jahr wird sparen können, wie das der Gemeinderat versprochen hatte, ist fraglich. Das halbe Jahr bietet noch nicht genug Erfahrungswerte für eine Hochrechnung.

Finanzen geht es besser

Zudem zeigt sich jetzt: Lichter in allen Quartierstrassen zu löschen, ist nicht ganz einfach. «Vielfach hängt die öffentliche Beleuchtung der Gemeindestrassen mit derjenigen der Kantonsstrasse sowie derjenigen der Gemeinde Bottmingen zusammen», schreibt der Gemeinderat in einer Medienmitteilung. Der Gemeinderat will deshalb die Abschaltung im Zuge der sowieso schon laufenden Umstellung auf LED-Leuchten umsetzen. «LED-Lampen lassen sich einzeln von fern dimmen und schalten», präzisiert Patrick Gamba, Leiter des Ressorts Tiefbau der Gemeinde Oberwil, auf Anfrage. Herkömmliche Lampen hingegen sind nur über das ganze Netz aus regulierbar.

Der Druck, mit dem Abstellen von Strassenlampen Geld zu sparen, ist seit Anfang 2015 deutlich gesunken. Den Gemeindefinanzen geht es nämlich wieder viel besser, die angedrohte Steuererhöhung ist vom Tisch. «Und mit der Umstellung auf LED und dem Einbau von Bewegungsmeldern werden wir deutlich mehr Strom und Geld einsparen, als wir mit der Nachtabschaltung erreichen werden», sagt Gamba. Für die Umstellung auf die stromsparenden Lampen soll die Gemeinde bis 2023 rund 3,1 Millionen Franken ausgeben, ein Teil davon ist bereits ausgegeben.

Zeitungsverträger leiden

Doch die Verwaltung habe nun mal von der Gemeindeversammlung den Auftrag erhalten, in der Nacht das Licht abzustellen, ruft Gamba in Erinnerung. Damit der Beschluss rückgängig gemacht werde, müsse schon ein Antrag aus der Gemeindeversammlung kommen.

Und eine grosse Einschränkung für die Bewohner Oberwils scheint das Lichterlöschen sowieso nicht zu sein. Seit 1. Juli des letzten Jahres habe es kaum Reklamationen gegeben, sagt Gamba. «Diejenigen, die bis zu mir gedrungen sind, lassen sich an einer Hand abzählen», sagt Gamba. Hauptleidtragende seien Zeitungsverträger, die früh am Morgen unterwegs seien.

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