Bahnhof Liestal
Infos zum neuen Gesicht des Oristal-Eingangs kommen zum Vorschein

Langsam dringen Infos rund um den Bau des vierten Gleises durch Liestal an die Bevölkerung durch. Anstelle der heutigen Garage ist ein unterirdisches Parkhaus mit einer Velostation darauf geplant. Und die Fussgänger erhalten bessere Verbindungen.

Andreas Hirsbrunner
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Auf der Südseite des Liestaler Bahnhofs stehen grosse Änderungen bevor: Unter anderem werden die ehemalige Blank-Garage und das Musikhaus Favre (Bildmitte) abgerissen.

Auf der Südseite des Liestaler Bahnhofs stehen grosse Änderungen bevor: Unter anderem werden die ehemalige Blank-Garage und das Musikhaus Favre (Bildmitte) abgerissen.

Andreas Hirsbrunner

Tröpfchenweise sickern Zusatzinformationen durch, wie die SBB ihr vor zwei Jahren angekündigtes Jahrhundertbauwerk in Liestal, den Gleisausbau auf vier Spuren, umzusetzen gedenken. Sie kommen von Einwohnerräten und Anstössern, die in den letzten Tagen im Gegensatz zur Öffentlichkeit von den SBB orientiert wurden. Die Öffentlichkeit, so sieht es das eigenwillige Kommunikationskonzept der SBB vor, soll frühestens im Herbst mehr erfahren. «Für Details ist es jetzt noch zu früh», findet SBB-Sprecher Daniele Pallecchi und begründet dies damit, dass man sich derzeit erst auf Stufe Vorprojekt befinde, bei der alles einen recht provisorischen Charakter habe. Pallecchi: «Wir haben Politikern einen Einblick in unsere Werkstatt gegeben, weil wir Transparenz gegenüber den Geldgebern schaffen wollten. Doch erst im Herbst, wenn das Bundesamt für Verkehr die sogenannte Phasenfreigabe für das Vorprojekt gibt, werden wir richtig belastbare Informationen haben.»

Bekannt war bisher, dass die SBB ein viertes Gleis durch Liestal bauen wollen, um die Kreuzungskonflikte der Züge bei der Einmündung des Adlertunnels zu minimieren. Zugleich soll der Bahnhof Liestal einen Mittelperron, eine neue Fussgängerverbindung und auf der Seite der Bibliothek ein Wendegleis für die S-Bahn erhalten. Diese Neubauten bedingen vor allem auf der Südseite des Bahnhofs grössere Veränderungen. So müssen unter anderem die Gleise der Waldenburgerbahn um ein Dutzend Meter Richtung Oristal verschoben werden. Und das zieht einen Rattenschwanz von weiteren Massnahmen nach sich, womit wir bei den Informationen sind, die die SBB letzte Woche selektiv gestreut haben.

Neues Parkhaus mit Velostation

Gemäss SBB-Folien und Aussagen von Beteiligten ergibt sich folgendes Bild: Beim Abgang der Wiedenhubstrasse müssen der Parkplatz (Park and Ride) und die Velostation, die erst in den nächsten Wochen erstellt wird, den neuen Schienen und einem Betriebsgebäude der Waldenburgerbahn weichen. Zudem gibt es in diesem Bereich eine Personen-Unterführung von der Sichternstrasse zur Kantonsbibliothek. Im Gegenzug fallen die Trottoirs der heutigen Unterführung ins Oristal zugunsten von Velospuren weg.

Grössere Veränderungen gibt es eingangs Oristal: Die ehemalige Blank-Garage wird, wie auch das gegenüberliegende Musikhaus Favre, abgerissen. Stattdessen wird ein dreistöckiges, unterirdisches Parkhaus und auf dessen Deckel eine Velostation errichtet. Die Personenunterführung vom Oristal zum Bahnhofplatz wird neu gebaut und mit einem Lift ausgestattet. Zudem erhalten die Fussgänger und Velofahrer eine Verbindung ohne Höhenverlust im Hang zwischen der Sichternstrasse und dem Musikhaus Favre. Eine Neuerung gibt es für die Fussgänger auch weiter östlich beim heute mit Barrieren gesicherten Bahnübergang vom Schwieriweg in Richtung Wasserturmplatz. Hier wird anstelle des Übergangs eine Unterführung gebaut.

Ihr Gesicht verändern werden auch die Wiedenhub- und die Gartenstrasse: Entlang der Wiedenhubstrasse wird die heutige Böschung durch eine Mauer ersetzt, damit es auf dem Bahndamm oben Platz für das neue Gleis hat. Und bei der Gartenstrasse werden die Anwohner Land abtreten müssen, weil es zu Änderungen bei der Strassenführung kommt. Auch hier verschwinden die bahnseitigen Böschungen zugunsten von mehr Platz und senkrechten Mauern. Ob in diesem Bereich der von vielen geforderte «Burgdeckel» kommt, ist offen. Die von der Stadt Liestal und dem Kanton in Auftrag gegebene Expertise ist noch nicht fertig. Abgerissen und neu gebaut werden muss wegen dem vierten Gleis offenbar die Seltisbergbrücke.

Nichts geändert hat sich hingegen bei den Kostenschätzungen und dem Terminplan der SBB: Diese gehen immer noch von einem Betrag von 300 Millionen Franken aus und wollen das Liestaler Mammutprojekt von 2018 bis 2025 bauen. Und nicht zu vergessen: Unabhängig vom Gleisausbau soll Liestal bis 2020 auch einen neuen Bahnhof erhalten.

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