Invasiver Schädling
Japankäfer in Basel entdeckt: Kanton stellt Fallen auf

Der sogenannte Japankäfer kann Pflanzen stark beschädigen. In der Schweiz ist der Schädling erstmals im letzten Jahr im Südtessin aufgetreten. Nun ging auf dem Wolfgottesacker in Basel-Stadt ein Käfer in die Falle. Die Stadtgärtnerei intensivierte darum die Überwachung.

Laura Pirroncello und Helena Krauser
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Der Japankäfer hat Ähnlichkeiten mit den uns bekannten Mai- und Junikäfern.

Der Japankäfer hat Ähnlichkeiten mit den uns bekannten Mai- und Junikäfern.

zvg, Shutterstock

Nachdem in Norditalien und dem Südtessin bereits Japankäfer entdeckt wurden, stellte der Kanton Basel-Stadt auf dem Wolfsgottesacker eine Falle auf. In dieser wurde nun erstmals ein Schädling gefunden, dies teilte das Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) am Montag mit. Da der Japankäfer ein invasiver Schädling ist, gilt er bei uns sowie in der EU als sogenannter Quarantäneorganismus. Das bedeutet gemäss Mitteilung, dass die Basler Stadtgärtnerei den Befall auf dem Wolfgottesacker dem Bund meldet und direkt Massnahmen ergreift.

Der Käfer kann den Pflanzen massiv schaden. Die Engerlinge leben im Boden und ernähren sich vorwiegend von Graswurzeln. Der ausgewachsene Käfer dagegen frisst die Blätter verschiedener Pflanzen. Er bringe die betroffenen Pflanzen zwar nicht direkt zum Absterben, allerdings setze ihnen ein allfälliger Kahlfrass stark zu, so das BVD.

So sehen die 18 Lockstoff-Fallen aus.

So sehen die 18 Lockstoff-Fallen aus.

Stadtgärtnerei Basel

Damit eine allfällige Ausbreitung des Käfers frühzeitig festgestellt werden kann, stellt die Stadtgärtnerei im Umkreis von zwei Kilometer um die Fundstelle 18 Fallen auf. Fünf davon auch auf Baselbieter Boden. Diese werden zwei Mal pro Woche kontrolliert. Wenn dann keine weiteren Käfer gefunden werden, könne die Dichte der Fallen reduziert werden, sagt Stephan Ramin vom kantonalen Pflanzenschutzdienst. Gegen Ende des Sommers sei eine Ausbreitung ohnehin weniger wahrscheinlich, weil dann die Flugsaison beendet sei, erklärt er.

Keine natürlichen Gegenspieler

Die rasche Intervention sei notwendig, da man nicht wissen könne, ob es sich bei dem Fund um einen einzelnen Käfer handle, der versehentlich über die Alpen gebracht wurde, oder ob es in der Region bereits einen Befall gebe. Das würde bedeuten, dass der gefundene Japankäfer sich hier entwickelt hätte und es wohl noch weitere Engerlinge und Käfer gäbe, so Ramin. Da die Fundstelle auf dem Wolfsgottesacker allerdings direkt neben den Zuggleisen liegt, ist er zuversichtlich, dass nur dieser eine Käfer unabsichtlich verschleppt wurde.

Weil der Schädling in der Region keine natürlichen Gegenspieler wie Pilze, Viren und Bakterien habe, erklärt Ramin, sei die Gefahr sehr gross, dass er sich schnell vermehrt. «Je früher wir den Ursprung finde, desto einfacher ist es, eine Ausbreitung zu unterbinden.»

Der Japankäfer ist nur ungefähr einen Zentimeter gross und sieht dem Mai- und Junikäfer ähnlich. Die Flügel des Käfers schimmern metallisch kupferfarben. Kopf und Körper glänzen grünlich. Wie er trotzdem von den einheimischen Käfern unterschieden werden kann, erklärt Ramin folgendermassen: «Der Japankäfer ist an den fünf Haarbüscheln auf jeder Seite und zwei am Hinterteil eindeutig zu erkennen.» Beim Fund solcher Käfer müsse der jeweils zuständige kantonale Pflanzenschutzdienst informiert werden. Fotos von Fundkäfern vereinfachen gemäss Ramin die schnelle Bestimmung. Zufällige Funde in privaten Gärten seien aber eher selten, erklärt er, denn:

«Die aufgestellten Fallen sind so effektiv, dass Japankäfer in der Umgebung angelockt werden, wenn es welche gibt. Das zeigen die Erfahrungen aus Italien und dem Tessin.»

Von den Azoren nach Norditalien und in die Schweiz

In Europa wurde der Japankäfer in den 70er-Jahren zum ersten Mal auf den Azoren festgestellt. 2014 fand man das Tier dann in Norditalien und ab 2017 in der Nähe der Schweizer Grenze. Im Kanton Tessin erfolge seither vorsorglich ein Monitoring, heisst es in der Mitteilung.

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