Investition
Über 500 Millionen Franken: Pharmazulieferer Bachem will in Bubendorf stark ausbauen

Mit einer Kapitalerhöhung will sich die Baselbieter Firma das nötige Geld für den Bau neuer Produktionskapazitäten beschaffen. Zudem sucht das Unternehmen einen zusätzlichen Standort in der Schweiz.

Andreas Möckli
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In Bubendorf befindet sich nicht nur der Hauptsitz des Pharmazulieferers Bachem, sondern auch der grösste Produktionsstandort der Firma.

In Bubendorf befindet sich nicht nur der Hauptsitz des Pharmazulieferers Bachem, sondern auch der grösste Produktionsstandort der Firma.

Kenneth Nars

Der Baselbieter Pharmazulieferer Bachem hat grosse Pläne: In den nächsten fünf Jahren will das Unternehmen über 500 Millionen Franken investieren. Das Geld soll vor allem in den Ausbau der weltweiten Produktionskapazitäten fliessen.

Wie sich das geografisch genau verteilen wird, könne Bachem derzeit noch nicht benennen, sagt ein Sprecher auf Anfrage. Klar sei jedoch, dass ein grosser Teil der Investitionen in Bubendorf erfolgen würde. In der Baselbieter Gemeinde befindet sich neben dem Hauptsitz auch der mit Abstand grösste Produktionsstandort. Zwei weitere Werke befinden sich in Kalifornien.

In Bubendorf investiert Bachem unter anderem in den Neubau des bislang grössten Produktionsgebäudes der Firma. Die Grundsteinlegung ist für den 11. November geplant. Die Firma plant mit einer Inbetriebnahme zwischen 2023 und 2024.

Neuer Standort in der Schweiz gesucht

Mit dem Ausbau sind die Baulandreserven in Bubendorf aufgebraucht. Dennoch kommt die Ankündigung der Firma einigermassen überraschend, in der Schweiz einen neuen Standort zu suchen. Bachem lässt sich jedoch nicht in die Karten blicken, wo sich das Unternehmen neben Bubendorf niederlassen will. Der Kanton Baselland kann sich insofern Hoffnungen machen, als ein Standort in der Nähe des Hauptsitzes schon nur aus logistischer Sicht praktisch wäre. «Der neue zu schaffende Standort wird die Kapazitäten des Standortnetzwerkes ergänzen, also auch zusätzliche Arbeitsplätze schaffen», sagt der Sprecher einzig.

Um die Investitionen zu stemmen, plant Bachem eine Kapitalerhöhung. Der Verwaltungsrat beantragt daher die Schaffung von bis zu einer Million neuer Aktien, was rund 7 Prozent des derzeitigen Aktienkapitals entspricht. Dazu ist eine ausserordentliche Generalversammlung nötig, die darüber befinden muss.

Peter Grogg ist der Firmengründer von Bachem und bis heute Mehrheitsaktionär.

Peter Grogg ist der Firmengründer von Bachem und bis heute Mehrheitsaktionär.

Kenneth Nars

Der Entscheid ist jedoch reine Formsache, auch wenn dafür gemäss den Statuten eine Zweidrittelmehrheit benötigt wird. Die Mehrheit an Bachem besitzt Firmengründer Peter Grogg und seine Familie. Zusammen halten sie knapp 62 Prozent aller Aktien.

Die Familie selber wird sich jedoch nicht an der Kapitalerhöhung beteiligen. Damit ist das Ziel verbunden, dass die Aktie an der Schweizer Börse künftig einfacher gehandelt werden kann, da es mehr Titel im freien Besitz geben wird. Die Groggs werden aber auch künftig die Mehrheit an der Firma halten.

Weltgrösster Hersteller von Peptiden

Wie viel Geld die Kapitalerhöhung einbringen wird, ist noch nicht klar. Die genauen Details dazu folgen später. So viel ist jedoch klar: Ist die Kapitalerhöhung erfolgreich, werden genügend Mittel vorhanden sein, um die Investition von 500 Millionen Franken zu stemmen.

Bachem ist vor allem in der Produktion von Peptiden tätig. Dabei handelt es sich um kleine Proteine, die aus Ketten von bis zu 100 Aminosäuren bestehen. Peptide werden als hochaktive und spezifische Wirkstoffe in Medikamenten verwendet – etwa gegen Krebs, Diabetes, Bluthochdruck oder chronische Schmerzen. Im Sommer feierte das Unternehmen sein 50-jähriges Jubiläum.

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