Schwimmen
Irina Lützelschwab kennt beim Schwimmen keine Grenzen

Am 15.Juli soll es so weit sein – und daraus macht Irina Lützelschwab keinen Hehl. Am 15. Juli will sie Schweizer Meisterin werden. In Basel an den Nachwuchsmeisterschaften über 100 Meter Freistil. An den Titelkämpfen vor einem Jahr wurde sie noch undankbare Vierte.

Von Patrick Pensa
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Crawlerin Irina Lützelschwab trainiert in Mulhouse und Liestal.

Crawlerin Irina Lützelschwab trainiert in Mulhouse und Liestal.

Zimmerli

Seit ihrem vierten Platz hat sich viel verändert für die 16-jährige Fricktalerin.

Seit dem Sommer besucht sie die Sportklasse der Wirtschaftsmittelschule in Reinach, hat mehr Zeit fürs Training. Training, das sie immer weniger bei ihrem Stammverein SC Liestal absolviert, sondern im nahen Ausland. Nachdem Trainerin Ruth Scheidegger bei Liestal aufhörte, hat sie sich umorientiert. Wie auch der Ex-Liestaler Spitzenschwimmer Daniel Rast und ihr älterer Bruder Marc trainiert sie nun bei Mulhouse. Dort findet sie eine hervorragende Infrastruktur – 50-Meter-Hallen- und -Aussenbad – und Konkurrenz. «Das Training ist härter und es hat viele starke Schwimmer», sagt die Wallbacherin. Trotzdem ist das Training in Frankreich nur dank des Einsatzes ihres Vaters möglich, der früher ebenfalls Schwimmer war. Er fährt die Geschwister jeweils zu den Trainings nach Frankreich.

Obwohl die Schülerin ihre Lizenz weiterhin bei Liestal hat, geht sie auch mit Mulhouse an Wettkämpfe und startete eine Woche nach den Schweizer Meisterschaften auch an den französischen Titelkämpfen. Wurde sie in Oerlikon bei der Elite 13., so erreichte sie in St.Raphael bei den französischen Juniorinnen lediglich 60.Rang. Enttäuscht darüber war die Fricktalerin, deren Leistungen auf der kurzen Bahn, die im langen Becken derzeit übertreffen, aber nicht. Immerhin hat sie sich in den vergangenen neun Monaten über 100 Meter Freistil im 50-Meter-Becken um mehr als eine Sekunde verbessert. Dabei gelang ihr die Bestzeit nicht an irgendeinem Wettkampf, sondern im Finale der SM, wo viele Athleten dem Druck nicht standhalten. «Ich bin im Final immer schneller als am Morgen im Vorlauf», lautet ihre unbekümmerte Antwort.

Das Training auf der langen Bahn von Mulhouse scheint sich also zu lohnen, wobei es gerade für Lützelschwabs Trainer eine echte Herausforderung ist, sowohl die Schweizer als auch die französischen Saisonhöhepunkte zu berücksichtigen. «Das Training wird für jeden Schwimmer individuell angepasst», erklärt die Sportschülerin und dass bei den Schweizer Wettkämpfen der Trainer von Mulhouse nicht am Beckenrand stehe, sei auch kein Problem. «Die Trainer von Liestal kennen mich ja, so funktioniert die Betreuung einwandfrei.»

Lützelschwabs Voraussage für die Nachwuchs-Titelkämpfe vor Heimpublikum muss also durchaus ernst genommen werden. Denn auch ein Blick auf die aktuelle Bestenliste zeigt, dass die Schwimmerin des SC Liestal den Sprung zur Spitze geschafft hat. Sie steht hinter einer Tessinerin an zweiter Stelle.