Sicherheitsdirektor
Isaac Reber schliesst neues Amt nicht mehr aus

Isaac Reber wirkt seit bald zwei Jahren als Sicherheitsdirektor. Der Umbau seiner Direktion ist angestossen, aber nicht abgeschlossen.

Iso Ambühl
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Wie lange noch? – Isaac Reber mit der Ersten Staatsanwältin Angela Weirich.

Wie lange noch? – Isaac Reber mit der Ersten Staatsanwältin Angela Weirich.

Der Baselbieter Sicherheitsdirektor Isaac Reber (Grüne, 51) liebt das Schachspiel. Für ihn als Strategen ist derzeit taktisches Talent gefragt, wenn er die Direktion wechseln will. Grund: Im Sommer ziehen zwei Neulinge in die Regierung ein. Gewinnt Favorit Toni Lauber (CVP) die Ersatzwahl vom 9. Juni, ist der Anwalt etwa für SVP-Landrätin und GPK-Mitglied Rosmarie Brunner «die Idealbesetzung» für die Sicherheitsdirektion: «Es ist besser, wenn ein Jurist übernimmt.»

Einen direktionswechsel schliesst Reber nicht aus. Persönlich hege er zwar keine solche Absicht. Er habe sich in die Sicherheitsdirektion gut eingearbeitet, wo er spannende und anspruchsvolle Aufgaben habe. Reber betont aber: «Da Ende Juni praktisch die halbe Regierung ausgewechselt wird, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt trotzdem nicht vollständig ausschliessen, dass es zu einem Wechsel kommt.»

In linksgrünen Kreisen wird schon lange beklagt, dass Reber als ETH-Raumplaner vor zwei Jahren die Sicherheitsdirektion übernehmen musste. Das sei «ein machtpolitischer Entscheid der bürgerlichen Mehrheit» gewesen, sagt SP-Präsident Martin Rüegg. Reber sei «an einem völlig falschen Ort». Auch der grüne Landrat Jürg Wiedemann fände es sinnvoller, wenn Reber «als ‹alter Hase› in der Regierung in ein Schlüsseldepartement wie die Bau- und Umweltdirektion oder die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion wechselt».

Reber auf Hilfestellung angewiesen

In den vergangenen zwei Jahren konnte Reber in seiner Direktion eine Standortreduktion der Gerichte und Zivilrechtsbehörden erfolgreich durch eine Volksabstimmung bringen. Gegen die Aufhebung des Amtsgerichts Laufen läuft noch eine Klage, die am 26. Juni am Verwaltungsgericht verhandelt wird. Tatsache ist aber auch, dass Reber als Nichtjurist auf Hilfestellungen durch Fachleute angewiesen ist, wie Landrätin Brunner beobachtete. Den Sachverstand bringt in der Regel der erfahrene Generalsekretär Stephan Mathis (CVP) ein, der dieses Amt bereits seit 1998 ausübt.

Schwerwiegender wirkt der Vorwurf aus Gerichtskreisen, Reber habe sich zu sehr auf die Seite der umstrittenen Ersten Staatsanwältin Angela Weirich (47) geschlagen. Eine Fachkommission hatte der Staatsanwaltschaft vor einem Jahr unter anderem mangelnde Effizienz vorgeworfen, was Weirich empört zurückwies. Reber stellte sich hinter sie, auch wenn er stets betonte, dass die Reorganisation dieser Behörde erst 2014 beendet sei. Ein zweiter Bericht der Kommission steht noch aus.

Amtszeit sei nicht entscheidend

Ins Gerede kam die Staatsanwaltschaft auch, weil sie mittels Berufung ein milderes Urteil für einen Einbrecher forderte. Im Landrat wurde darauf die Frage gestellt, ob die Staatsanwälte über genügend Know-how zur Verfolgung von bandenmässigem Kriminaltourismus verfügten. Wenn die Wiederwahl der umstrittenen Weirich im Herbst im Landrat scheitern sollte, ist Reber mit betroffen, weil er die Aufsicht über diese Behörde vertritt.

Wenn der Grüne dann noch Sicherheitsdirektor ist. Baudirektorin Sabine Pegoraro (FDP) hatte in einem BaZ-Interview bestätigt, dass bei der Verteilung der Direktionen die Amtszeit der Regierungsräte entscheidend sei. Nach Pegoraro und Bildungsdirektor Urs Wüthrich (SP) folgt Reber an dritter Stelle. Eine Verteilung der Direktionen per Mehrheitsbeschluss des Gremiums lehnte Pegoraro ab, weil «das Vertrauen in der Regierung dann definitiv weg wäre».