Landrat
Ja zu Millionen-Kredit für Innovationspark - trotz kritischer Stimmen

Der 1,35-Millionen-Kredit an den Nordwestschweizer Innovationspark soll neue Firmen nach Allschwil bringen. Und diese sollen dereinst gute Steuerzahler für den Kanton Baselland werden.

Hans-Martin Jermann
Drucken
Teilen
Der Innovationspark soll die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft fördern (Symbolbild).

Der Innovationspark soll die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft fördern (Symbolbild).

KEYSTONE/PETER KLAUNZER

Der Baselbieter Landrat spricht mit 77 Ja- gegen zwei Nein-Stimmen bei vier Enthaltungen einen Kredit über 1,35 Millionen Franken an den Nordwestschweizer Innovationspark. Mit dem Geld soll der Ausbau der Infrastruktur des Innovationsparks im Allschwiler Bachgraben in den Jahren 2016 bis 2018 unterstützt werden. Der Basler Grosse Rat hat denselben Beitrag zum partnerschaftlichen Projekt bereits gesprochen. Beteiligt an dem Projekt ist zudem der Kanton Jura.

Kein Aussenposten der Universität

Der zuständige Volkswirtschaftsdirektor Thomas Weber (SVP) betonte in der kurzen Debatte im Parlament die grosse Bedeutung der Vorlage: "Wenn wir im Kanton Baselland zusätzliche Steuereinnahmen generieren wollen, dann müssen wir gute Voraussetzungen schaffen, damit sich neue Unternehmen hier ansiedeln und entwickeln können". Grundsätzlich bestritten war das Geschäft kaum, aber es gab einige kritische Voten: "Staatsbeiträge werden derzeit sehr restriktiv bewilligt. Doch wenn die Wirtschaft Geld braucht, dann sprechen wir dieses grosszügig", sagte Pia Fankhauser (SP). Deren Parteikollegin Hanni Huggel warf die Frage auf, weshalb die Subvention nötig sei, wo doch die Verantwortlichen stets betonten, wie gut das Projekt angelaufen sei.

FDP-Landrat und Wirtschaftskammer-Direktor Christoph Buser forderte, bei der weiteren Entwicklung des Projekts genau hinzuschauen: "Von den Subventionen in die Labors sollen ausdrücklich junge private Firmen profitieren, die noch nicht auf eigenen Beinen stehen können." Es wäre wenig sinnvoll, wenn im Innovationspark ein Aussenposten der Universität entstehen würde. Marie-Therese Müller (BDP) warnte schliesslich davor, dass angesichts der sinnvollen Förderung des nationalen Parks die "Breitenförderung", die Unterstützung der zahlreichen regionalen Businessparcs im Baselbiet, vergessen gehen könnte. Die positive Grundstimmung überwog aber eindeutig diese kritischen Einwürfe, Ablehnung kam lediglich von Einzelvertretern aus dem rot-grünen Lager.

In Actelion-Räumen gings los

Mittel- bis langfristig soll der Innovationspark durch die Mieteinnahmen der dort angesiedelten Unternehmen betriebswirtschaftlich rentabel funktionieren. Im Park soll die Forschungs- und Innovationstätigkeit junger Privatfirmen mit der Hochschulforschung verknüpft werden. Der Park ist vor knapp einem Jahr gegründet worden; in ehemaligen Räumlichkeiten der Firma Actelion sind auf knapp 5000 Quadratmeter Fläche bereits etliche kleine Firmen eingemietet. Mit den Förderungsbeiträgen der Kantone soll der Innovationspark eine zweite grosse Ausbaustufe zünden können. Der Schweizer Innovationspark Basel Area, wie er offiziell heisst, ist einer von fünf nationalen Innovationsparks, im Gegensatz zu allen anderen allerdings bereits in Betrieb.

Aktuelle Nachrichten