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Jahresrückblick der BLKB: Mehr Geld für Kanton und Zertifikatsinhaber

Die BLKB hat im vergangenen Jahr trotz tiefer Zinsen zulegen können. Der Jahresgewinn stieg auf 130,4 Millionen Franken.

Daniel Haller
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Vom guten Ergebnis der BLKB profitiert auch der Kanton. (Archiv)

Vom guten Ergebnis der BLKB profitiert auch der Kanton. (Archiv)

Keystone

Wie verdient man im Zinsgeschäft Geld in Zeiten der Negativzinsen? Die Antwort von Herbert Kumbartzki, CFO der der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB), lässt sich kurz zusammenfassen: Es ist kompliziert. Trotzdem ist es der BLKB gelungen, im Geschäftsjahr 2015 den Netto-Erfolg im Zinsengeschäft um 5,7 Prozent auf 281,8 Millionen Franken zu steigern. Zusammen mit den Erträgen aus den weiteren Geschäftszweigen erzielte die BLKB einen Geschäftserfolg von 191 Millionen und einen Jahresgewinn von 130,4 Millionen Franken. Dies entspricht einer Steigerung um 12,6 Prozent.

Der Geschäftserfolg – dieser Begriff ersetzt als Messgrösse des operativen Erfolgs die frühere Grösse «Bruttogewinn» – konnte um 8,8 Prozent auf 191 Millionen Franken gesteigert werden. Bei den Hypotheken verzeichnete die BLKB einen Zuwachs um 2,8 Prozent und die Kundeneinlagen stiegen um 1,2 Prozent. Im Handelsgeschäft nahm der Erfolg gar um 21,7 Prozent auf 18,3 Millionen zu. Dagegen ging der Erfolg im Kommissionsgeschäft um 5,5 Prozent auf 62,3 Millionen Franken zurück. Grund dafür sei insbesondere der Ertragsrückgang im Wertschriften- und Anlagegeschäft.

Der Eigenkapitaldeckungsgrad liegt neu bei 211 Prozent. Das Eigenkapital wurde um 136 Millionen Franken aufgestockt. Der Ausbau dieses Puffers sei gerade in unsicheren Zeiten wichtig, um weiterhin Kredite vergeben zu können, betonte CEO Beat Oberlin. Die Kreditlimiten für Unternehmen seien im vergangenen Jahr gestiegen.

Zahlen der BLKB für 2015 in Millionen Franken

Geschäftserfolg: 191 (+8,8%)

Neugeld: +235 (+16,0%)

Zunahme Hypotheken: +459 (+2,8%)

Zunahme Firmenkredite: +110 (+2,2%)

Eigenkapital: 1946 (+7,0%)

Jahresgewinn: 130 (+5,0%)

59,9 Millionen für den Kanton

Auf der andern Seite stieg der Geschäftsaufwand um nur 0,8 Prozent auf 157,5 Millionen. Der Personalaufwand sank leicht um 0,5 Prozent auf knapp 100 Millionen. Zwar verringerte sich die Zahl der Vollzeitstellen von 650 auf 639, der Personalbestand stieg aber von 750 auf 760 Angestellte. Das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag lag bei 42,4 Prozent, was einer Verbesserung um 1,8 Prozentpunkte entspricht und im unteren Bereich des Zielbandes von 40 bis 50 Prozent liegt.

Der Kanton Baselland kann vom guten Ergebnis mit einer höheren Ausschüttung profitieren. Diese wird um fast 6 Millionen auf 59,9 Millionen Franken angehoben. Eingerechnet sind dabei 3,9 Millionen Franken für die Abgeltung der Staatsgarantie. Die Zertifikatsdividende steigt zudem gegenüber der regulären Dividende – im letzten Jahr kam 1 Franken wegen des Jubiläums hinzu – um 2 auf 35 Franken,

Für 2016 geht die Bank von einem Ergebnis leicht unter dem Vorjahr aus. Das schwierige Umfeld etwa mit Turbulenzen an Finanzmärkten oder den Problemen in der EU bleibe bestehen. Beim Zinsengeschäft hätten 2015 zudem viele positive Sonderfaktoren gespielt, sodass es «unmöglich» sei, das gute Ergebnis im laufenden Jahr zu wiederholen. (dh/sda)

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