Ständeratswahlen
Janiak will Wiederwahl bereits «im ersten Wahlgang schaffen»

Der SP-Ständerat Claude Janiak ist überzeugt, dass seine Arbeit im Baselbiet wahrgenommen wird. Er glaubt, dass ihm dies mehr als die Hälfte aller Stimmen beschafft und zwar bereits im ersten Wahlgang

Leif Simonsen
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SP-Ständerat Claude Janiak.

SP-Ständerat Claude Janiak.

KEYSTONE

Claude Janiak ist nicht für Grossspurigkeit bekannt. An Selbstbewusstsein fehlt es ihm aber zum Auftakt seiner Kampagne um den Baselbieter Ständeratssitz nicht. «Ich strebe die Wahl im ersten Wahlgang an», sagte er bei der gestrigen Pressekonferenz. Das heisst, er muss mehr Stimmen holen als seine beiden Herausforderer zusammen. Janiak sagt dies im Wissen, dass sowohl der SVPler Caspar Baader als auch die CVPlerin Elisabeth Schneider-Schneiter Erfahrung in der Bundespolitik haben. Der bisherige Ständerat der SP ist sich aber sicher, dass er nach zwei Legislaturperioden weit über die Parteigrenzen hinaus wählbar geworden ist. Alt SP-Regierungsrat Peter Schmid, der das Janiak-Komitee präsidiert, belegte dies: Ein Drittel der 250 Komitee-Mitglieder ist nicht dem links-grünen Lager zuzuordnen.

Fehlendes Format bei Gegnern

Janiak sieht sich weniger als Parteisoldat denn als Vertreter der Region. «Vor den Sessionen treffe ich mich stets mit dem Regierungsrat. Wenn ich in Bern bin, komme ich auch mit seinen Aufträgen.» In den letzten acht Jahren habe er gelernt, über die Parteigrenzen hinweg Allianzen zu schmieden. Als Beispiel nennt er den indirekten Vorschlag zur Abzockerinitiative, den er mit Vertretern der Mitteparteien ausgearbeitet hat, die Implementierung des Römer Statuts des Internationalen Strafgerichtshofs und seinen Einsatz für den Konsumentenschutz. Seine Arbeit wurde auch in Bern honoriert.

Seinen zwei Gegenkandidaten spricht Janiak das Format ab, Volksvertreter aller Baselbieter zu sein. Insbesondere Baader sei zwar in Bern profiliert. «Er vertritt aber die Zürcher Linie der SVP», sagt Janiak. Von Baader dürfte keine Interessenvertretung des Baselbiets zu erwarten sein. Elisabeth Schneider-Schneiter, in den Augen Janiaks gewiss das kleinere Übel, hat in Bern noch nicht das Gewicht, Stimmen zu generieren. Bei den zentralen Dossiers für das Baselbiet wie der Verkehrspolitik habe er erfolgreich für Stimmen der CVP-Ständeräte geweibelt, währenddem Schneider-Schneiter in der grossen Kammer – notabene in der eigenen Partei – bei den Abstimmungen kaum Gefolgsleute fand.

«Eitel bin ich schon noch»

Überraschungen auf dem Weg zum «schönsten Amt, das ein Politiker in der Schweiz ausüben darf», wird Janiak seinen Wählern nicht präsentieren. Inhalt und Stil bleiben gleich. Was er sich auf die Fahne schreibt, sind die drei Eigenschaften, die der Soziologe Max Weber als besonders wichtig einstuft: Sachlichkeit, Verantwortungsgefühl und ein distanziertes Augenmass.

Perfekt werde er aber nie werden, räumt Janiak ein, auch wenn er mit zunehmendem Alter immer unaufgeregter politisiere. «Für Weber ist Eitelkeit die grösste Schwäche eines Politikers. Und eines muss ich zugeben: Ein bisschen eitel bin ich schon.»