Wegweiser
Jubiläum: Seit 75 Jahren gibt es in der Region Wegweiser für Wanderer

Seit 75 Jahre beschildert der Verein Wanderwege beider Basel Wanderrouten in der Region. Das Streckennetz hat eine Länge von über 1100 Kilometern. Künftig soll es weniger, doch attraktivere Wanderwege geben.

Jeremias Kläui
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Zwischen Rünenberg und Wenslingen gibt es mehr als nur einen Wanderweg. Und eine Bank für noch Unentschlossene.

Zwischen Rünenberg und Wenslingen gibt es mehr als nur einen Wanderweg. Und eine Bank für noch Unentschlossene.

Zur Verfügung gestellt

1100 Kilometer, so weit ist es von Basel nach Barcelona – oder wenn man alle Wanderwege im Baselbiet zusammenzählt. Und auch die Distanzen in Basel-Stadt sind beachtlich: 72 Kilometer an Wanderwegen schlängeln sich durch den Stadtkanton. Damit man bei so einem Netz an Spaziermöglichkeiten noch den Überblick behält, braucht es sie: die kleinen gelben Tafeln, die typisch schweizerischen Wanderwegweiser. Seit 75 Jahren kümmert sich der Verein Wanderwege beider Basel um die Signalisation der Routen.

Wegweiser im Krieg abgeschraubt

Mitte Dreissigerjahre begann der Wanderweg-Boom in der Schweiz: «Das war vor allem im Interesse der Autofahrer», sagt Werner Madörin, Vereinspräsident der Wanderwege beider Basel. Vor allem der TCS habe damals die Wanderwege gefördert. «Einerseits aus Sicherheitsgründen, und andererseits war es für Fussgänger wie auch für Autofahrer angenehmer, getrennte Wege zu besitzen.» So gründete sich damals auch der Verein Wanderwege beider Basel und stellte fleissig Wegweiser auf. Die Freude daran war jedoch nur von kurzer Dauer: Alle Schilder mussten während des Zweiten Weltkrieges wieder abgehängt werden; feindlichen Truppen sollte im Falle einer Invasion die Orientierung erschwert werden.

Dies führte zum zweiten Tätigkeitsgebiet des Vereins: die geführten Wandertouren. «So konnten damals die Leute immer noch wandern, auch ohne Wegweiser», sagt Werner Madörin.

Geführte Wandertouren und die Signalisation sind auch heute noch die Hauptaufgaben des Vereins. Dazu kommt die Aufsicht über das Netz an Wanderwegen in den beiden Kantonen. «Der Netzausbau ist seit etwa zehn Jahren abgeschlossen», so Madörin. Momentan hat der Verein vom Landrat die Aufgabe bekommen, das Netz zu überarbeiten: «Es wird weniger Wanderwege geben, dafür attraktivere.» Also weniger über Asphalt und seltener durch Siedlungsgebiet.

Entlastungspaket: Weniger Budget

Dafür erhielt der Verein denselben Kredit wie jedes Jahr. Das Budget für den Unterhalt der Wegweiser – durchschnittlich hält ein Schild zwanzig Jahre – wurde jedoch im Zuge des Baselbieters Entlastungspakets gekürzt. «In den nächsten vier Jahren müssen wir mit 20 000 Franken weniger auskommen, ich hoffe wir überleben das», blickt Madörin in die nicht gerade rosige Zukunft. Dazu betont er: «Entgegen der allgemeinen Meinung haben wir nicht alle Schilder aufs Mal ausgetauscht, nur weil es ein neues Design gibt. Wir wechseln nur die verschmierten oder kaputten Schilder aus.»