Arlesheim
Jungimker schwärmen am Bienen-Nachmittag im Weleda-Schaugarten aus

Weleda und Jungimkerprojekt «Flugschnaisa» luden am Mittwoch zum Bienen-Nachmittag im Schaugarten der Weleda ein. In drei Workshops lernten die Kinder Lippenbalsam herzustellen, erkundeten den Schaugarten und beobachteten die Bienenkönigin.

Silvana Schreier
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Rabea (Mitte) und Norina (rechts) lassen sich vom Jungimker Luca (links) erklären, wo sich die Bienenkönigin im Bienen-Schaukasten befindet und was für eine wichtige Funktion sie für das gesamte Bienenvolk hat. Luca wurde vom Jungimkerprojekt «Flugschnaisa» ausgebildet.

Rabea (Mitte) und Norina (rechts) lassen sich vom Jungimker Luca (links) erklären, wo sich die Bienenkönigin im Bienen-Schaukasten befindet und was für eine wichtige Funktion sie für das gesamte Bienenvolk hat. Luca wurde vom Jungimkerprojekt «Flugschnaisa» ausgebildet.

Kenneth Nars

Die Bienen arbeiten unermüdlich und leisten einen unverzichtbaren Beitrag an die Umwelt. Sie sichern mit der Bestäubung der Pflanzen unser Überleben. Aufgrund des dramatischen Bienensterbens interessieren sich mehr und mehr Leute für das Thema.

Im Schaugarten der Weleda in Arlesheim fand am Mittwoch ein Bienen-Nachmittag statt. Dort konnten Kinder und Erwachsene Neues über die fleissigen Bienen erfahren.

Wertvolle Bienenarbeit

Die Veranstaltung war in drei Workshops gegliedert. Beim ersten durften die Besucher eigenhändig einen Lippenbalsam herstellen. Dieser bestand aus Bienenwachs, Jojoba-Öl und ein paar Tropfen Vanille-Duft.

Lange mussten die sechs- und neunjährigen Mädchen Norina und Rabea in ihrem Glas rühren, bis die Masse geschmolzen war. Doch voller Stolz durften sie dann die Dose mit dem Balsam mit nach Hause nehmen. Der zweite Workshop bestand aus einer Führung durch den Schaugarten der Weleda.

Der Gärtner Yves Gilliéron sagt: «Seit acht Jahren gibt es den Schaugarten. Es wachsen etwa 350 Pflanzen hier.» Er sei allerdings nicht für die Ernte gedacht, sondern soll den Besuchern die Reichhaltigkeit an Heil- und Wildpflanzen aufzeigen.

Die Bienen erfüllen dabei eine wichtige Funktion: Sie bestäuben die verschiedenen Gewächse und erhalten somit die Biodiversität. Zudem produzieren sie das Bienenwachs, das Weleda in einigen ihrer Produkte nutzt.

Nach der Besichtigung der Pflanzenwelt führte Gilliéron die Besucher auf das Dach der Weleda. «Hier haben wir seit Juli drei Bienenschwärme angesiedelt», sagt er. Mit speziellen Anzügen ausgerüstet konnten die Kinder die Bienenvölker aus der Nähe beobachten.

Tanzende Bienen

Die letzte Station wurde von zwei Jungimkerndes Projekts «Flugschnaisa» geleitet. Im Jahr 2010 wurde dieses ins Leben gerufen. Fachpersonen und Imker hielten Vorträge an den Schulen im Kanton Graubünden. Über 80 Jungimker wurden anschliessend an den Kurstagen ausgebildet. Das erfolgreiche Projekt will neben dem Umweltbeitrag und der Sensibilisierung der Schulkinder auch dem Imkersterben entgegenwirken.

Jungimker Luca zeigte den Kindern im Schaukasten die Bienenkönigin: «Wenn die Königin stirbt, dann stirbt das gesamte Bienenvolk.» Das sorgt für Staunen bei allen Zuhörenden. Da es die Königin sei, die Eier lege und somit für Arbeiterinnennachwuchs sorgt, würde bei Verlust der Königin das Volk innerhalb von zehn Tagen eingehen. Die Jungimker haben mit ihrem Wissen in Praxis und Theorie die Besucher begeistert.

In einem Bienenstock hatten sie die Geräusche der Bienen aufgezeichnet. Norina und Rabea hörten aufmerksam zu: «Leider verstehen wir nicht, was sie sagen.» Das Summen komme von den Flügeln, die in Bewegung sind.

Yves Gilliéron erklärt: «Um sich untereinander zu verständigen, führen sie einen Tanz auf. Dieser gibt den anderen Bienen zu verstehen, wo die Blüten sind und in welcher Menge.» Je nach dem fliege dann der ganze Schwarm oder nur ein paar Sammelbienen los, um den Nektar einzusammeln.