Beide Basel
Kampagne gegen Littering: Zigarettenpäckchen im Kuhfutter schadet Tieren

Littering Aluminiumdosen, Glasbehälter und PET-Flaschen auf den Feldern gefährden die Tiere. Eine nationale Kampagne mit Plakaten soll jetzt auch die Basler und Baselbieter sensibilisieren.

Silvana Schreier
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Litterung auf Feldern ist schädlich für die Kühe.

Litterung auf Feldern ist schädlich für die Kühe.

«Abfall tötet Tiere!» Diese provokative Aussage soll davon abhalten, Abfall auf den Feldern und Wiesen zu entsorgen. Die Kampagne wurde letztes Jahr vom Solothurnischen Bauernverband (SOBV) lanciert. Der damalige Präsident des Bauernverbandes beider Basel (BVBB), Gregor Gschwind, wusste allerdings nichts von dieser Problematik. Heute hat sich die Lage der Dinge verändert: Der neue Präsident des BVBB, Stefan Kälin, ist sich der Situation bewusst und unterstützt die laufende Kampagne.

Felder ohne Abfall

Im vergangenen Frühling startete der Schweizerische Bauernverband (SBV) zusammen mit der IG Saubere Umwelt (IGSU) ein weiteres Projekt: «Dankeschön für saubere Felder». Die Plakate der beiden Kampagnen können die Bauern bei den jeweiligen kantonalen Verbänden beziehen. Der SBV und die IGSU haben es sich zum Ziel gesetzt, die Menschen zu sensibilisieren und auf die Auswirkungen der Verschmutzung aufmerksam zu machen. Littering verschandelt nicht nur die Natur, es gefährdet auch die Tiere. Wenn im Futter der Kühe Glas- oder Aluminiumsplitter zu finden sind, kann dies verheerende Folgen haben. Verletzungen in Speiseröhre oder Verdauungstrakt können im schlimmsten Fall zum Tod des Tieres führen.

Der regelmässige Spaziergänger und bz-Leser Alfred Egeler hat verschiedene Abfälle zwischen Bretzwil und Reigoldswil am Strassenrand entdeckt. «Das ist eine Ungeheuerlichkeit gegenüber den Bauern und vor allem gegenüber den Tieren», sagt Egeler. Mit dieser Beobachtung steht Egeler nicht alleine. Viele Bauern in der Region leiden unter dem achtlosen Wegwerfen von Müll.

Ein Rappen für Litterung wird diskutiert

Stefan Kälin kann die momentane Lage der Abfallproblematik im Baselbiet noch nicht beurteilen. Er habe jedoch von Bauern gehört, die eine Verbesserung der Situation beobachtet hätten. «Der Schweizerische Bauernverband wird zu einem späteren Zeitpunkt eine Auswertung der Kampagnen veröffentlichen», sagt Kälin. Zusätzlich wird diskutiert, ob eine Abgabe eines Litteringrappens auf jeglichen Abfall den Gemeinden helfen könnte. Die Finanzierung der Aufräumarbeiten wäre somit geregelt. Jedoch würde diese Massnahme die Abfallmenge nicht reduzieren.

Das nächste Projekt der IGSU ist der nationale Clean-up-Day am 21. September 2013. «Für eine saubere Schweiz» können Bürger und Bürgerinnen teilnehmen – mit ihren selbst organisierten Aufräumaktionen.