Sekundarschulen
Kanton trägt sämtliche Mehrkosten für die Skilager

Wegen eines Bundesgerichtsurteils sind die Elternbeiträge gesunken. Das würde zum Beispiel Skilager verunmöglichen. Jetzt springt der Kanton ein.

Hans-Martin Jermann
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Gelöste Stimmung: Im Baselbiet sind die Skilager nicht gefährdet. Archiv AZ

Gelöste Stimmung: Im Baselbiet sind die Skilager nicht gefährdet. Archiv AZ

Das Urteil des Bundesgerichts schlug hohe Wellen: Vor gut einem Jahr kam das höchste Schweizer Gericht zum Schluss, dass obligatorische Schullager und Klassenreisen kostenlos sein müssen. Demnach dürfe von den Eltern nur ein Beitrag an die Verpflegung der Kinder von maximal 16 Franken pro Tag in Rechnung gestellt werden. Doch was bedeutet dies für die beliebten Ski- und andere Schullager? Schliesslich ist es unmöglich, mit einem Beitrag von 16 Franken pro Kind und Tag ein Lager auf die Beine zu stellen.

Nun ist definitiv: Der Kanton Baselland trägt sämtliche Mehrkosten, die durch das Bundesgerichtsurteil entstehen. Bei unveränderter Anzahl Klassenlager schlagen diese fürs laufende Schuljahr mit 600 000 Franken zu Buche.

Der entsprechende Beitrag ist ins Kantonsbudget 2019 eingestellt worden. Aus den jüngst veröffentlichten Antworten der Regierung auf Vorstösse der Landräte Roman Brunner (SP) und Béatrix von Sury (CVP) geht hervor, wie diese Zusatzkosten zustande kommen: Mit 300 000 Franken genau die Hälfte der erwähnten 600 000 Franken entfallen auf die Winterlager der Sekundarschule. Bisher lag der durchschnittliche Elternbeitrag pro Lagerwoche hier bei 200 Franken; laut Gerichtsurteil darf er 80 Franken nicht übersteigen – das macht 120 Franken Mehrkosten für den Kanton pro Kind und Lagerwoche.

Bei den Primarschulen sollen die Gemeinden zahlen

175 000 Franken zusätzlich steuert der Kanton künftig an Sommerlager auf der Sekundarstufe bei. Hier lag der Elternbeitrag wegen der geringeren Kosten der Lager bisher mit 150 Franken etwas tiefer als bei den Skilagern, entsprechend tiefer fallen auch die Mehrkosten für den Kanton aus.

Weitere 125 000 Franken zusätzlich steuert der Kanton für andere Schulanlässe auf der Sekundarstufe bei. «Die Regierung erachtet ausserschulische Lernorte wie Exkursionen, Schulreisen, Klassenlager und Austauschprogramme als wichtig für die Laufbahn und den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler», schreibt sie in ihrer Antwort auf die Vorstösse.

Kürzungen bei Lagern und Schulanlässen würde man bedauern. Die Regierung empfiehlt denn auch den Baselbieter Gemeinden, für die Mehrkosten auf der Primarstufe ebenfalls vollumfänglich aufzukommen.

In anderen Kantonen blieb das Bundesgerichtsurteil indes nicht ohne Konsequenzen für die Schulen: Zwar seien landauf, landab fast alle Skilager gerettet, allerdings berichteten Vertreter von Schul- und Lehrerverbänden von harten Sparmassnahmen.