Füllinsdorf
Kantonalbank will ihre Schalter schliessen – jetzt wächst der Widerstand

Die Basellandschaftliche Kantonalbank will in mehreren Gemeinden ihre Filialen in Selbstbedienungsbanken umwandeln. Das passt einigen nicht. Marc Langel aus Füllinsdorf hat eine Unterschriftensammlung gestartet.

Benjamin Wieland
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«Müssen auch an die älteren Menschen denken»: In Füllinsdorf sammelt ein Alt-Gemeinderat Unterschriften für den Erhalt der heutigen BLKB-Filiale. Ken

«Müssen auch an die älteren Menschen denken»: In Füllinsdorf sammelt ein Alt-Gemeinderat Unterschriften für den Erhalt der heutigen BLKB-Filiale. Ken

Kenneth Nars

Marc Langel aus Füllinsdorf ist derzeit nicht gut auf die Basellandschaftliche Kantonalbank zu sprechen. Im März hat die BLKB angekündigt, dass sie ihre dortige Filiale im Gebiet Schönthal zur Selbstbedienungsbank umbauen wird – die Schalter werden dicht gemacht.

Langel will das nicht einfach so hinnehmen: Er hat eine Unterschriftenaktion lanciert. So will er die Bank dazu bewegen, dass sie ihren Entscheid revidiert. Denn der Füllinsdörfer sieht die Attraktivität des Dorfes gefährdet. Er macht sich aber auch Sorgen um die diejenigen Kundinnen und Kunden, die nicht mehr so gut zu Fuss unterwegs sind. «Wir müssen auch an die älteren Menschen denken», sagt Langel zur bz. «Gerade für sie ist es wichtig, dass sie weiterhin eine Filiale mit Schalter und Personal benutzen können.»

Die Unterschriftenbögen liess Langel auch in den jeweiligen Amtsanzeigern von Füllinsdorf und der Schwestergemeinde Frenkendorf publizieren. Mit dem Rücklauf zeigt sich Langel, der von 2004 bis 2016 in der Füllinsdörfer Exekutive sass, zufrieden. Es seien, trotz Ferienzeit, bereits mehrere hundert Unterschriften zusammen gekommen. «Ich habe zahlreiche Rückmeldungen erhalten. Auch aus Nachbargemeinden kamen Zuschriften.» Es hätten sich sogar Leute gemeldet, die auf eigene Faust Unterschriften sammeln wollten.

Auf die Rückendeckung des Gemeindepräsidenten kann Langel zählen. Er habe selber auch unterschrieben, schreibt Roger Matter, denn: «Wir im Gemeinderat sind der Meinung, dass die Veränderung im Filialnetz nicht angemessen ist.» Gerade in Füllinsdorf sei der Anteil an Senioren hoch, in der Nähe des Einkaufszentrums Schönthal befänden sich das Seniorenzentrum und Alterswohnungen. «Es wäre wichtig», sagt Matter, «dass dort auch weiterhin eine Post und eine Bank vorzufinden wären.» Gerade die BLKB gäbe sich als lokal verankertes Institut. «Dazu passt aus unserer Sicht nicht, dass sie einen bedeutenden Teil der Bevölkerung nicht mehr abdecken will.»

Bank bleibt hart

Die BLKB weiss von der Sammelaktion. Und die Filiale Schönthal sei auch tatsächlich stark frequentiert, räumt die Bank ein. Trotzdem: Der Entscheid stehe fest, die Schalter kämen weg. Das hat laut Katja Epple, Leiterin der BLKB-Unternehmenskommunikation, auch mit dem veränderten Kundenverhalten zu tun. «Unsere Kundinnen und Kunden bewegen sich mehr und mehr in die Selbstbedienung», schreibt Epple. «Die Selbstbedienungsrate bei Bargeld beträgt 80 Prozent.» Als Bank passe man das Angebot an und begleite die Kundschaft in diesem Prozess.

Geht es nach den Plänen der BLKB, gibt es ab 2018 in Füllinsdorf also keine klassischen Schalter mehr. Genauso wenig wie in den Filialen in Birsfelden, Münchenstein und Lausen. Für die Übergangszeit wird jedoch laut BLKB weiterhin Personal anwesend sein. Auch danach sei persönliche Beratung möglich – nach Anmeldung in der Filiale oder aber, auf Wunsch, bei den Kunden zu Hause. Eine weitere Möglichkeit sei die Beratung per Video-Telefonie, ebenfalls in der Filiale.

Eine ihrer 23 Vertretungen wird die BLKB ganz schliessen: Diejenige in Reigoldswil. Auch dort hatten sich die Einwohner gegen den Entscheid gewehrt und eine Petition eingereicht. Die Kantonalbank hat angekündigt, nach der Schliessung zweimal wöchentlich mit dem Bankmobil nach Reigoldswil zu fahren.

Auch Marc Langel gibt sich kämpferisch. Er will bis zum 31. August weitersammeln. Und die Unterschriften danach persönlich Vertretern der Bank übergeben.