Übernahme
Kantonsspital Baselland übernimmt Rettungsdienst der Paramedic AG

Das Kantonsspital Baselland (KSBL) übernimmt den Rettungsdienst und Krankentransport der Paramedic AG in Laufen. Die 15 Mitarbeitenden der betroffenen Unternehmensbereiche werden per Anfang 2018 in den Rettungsdienst des KSBL integriert.

Thomas Immoos
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Die Paramedic AG und das KSBL haben am 8. Dezember eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet.

Die Paramedic AG und das KSBL haben am 8. Dezember eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet.

Juri Junkov

Seit vielen Jahren führt die Paramedic AG im Laufental und Thierstein Rettungsdienste und Krankentransporte durch. Das Unternehmen bietet auch Repatriierungen sowie Taxi- und Rollstuhldienste an. Das private Unternehmen geht nun teilweise in neue Hände: Am 8. Dezember haben das Kantonsspital Baselland (KSBL) und Paramedic eine Vereinbarung unterzeichnet. Dieses sieht die Übernahme des Rettungsdienstes und der Krankentransporte per Anfang nächsten Jahres durch das KSBL vor. Die 15 Mitarbeitenden der betroffenen Unternehmensbereiche werden am 1. Januar 2018 in den Rettungsdienst des KSBL integriert, wie das Kantonsspital am Montagmorgen mitteilte. Laut dieser Mitteilung wird der Rettungsdienst aus der Paramedic AG ausgekauft. Zu den Übernahmekonditionen wurde Stillschweigen vereinbart. Die restlichen Unternehmensbereiche wie Taxi und Rollstuhlservice verbleiben bei der Paramedic AG, wie es dort auf Anfrage hiess.

«Die gefundene Lösung ist eine Stärkung des Spitalstandorts Laufen.» Alex Imhof, Stadtpräsident von Laufen

«Die gefundene Lösung ist eine Stärkung des Spitalstandorts Laufen.» Alex Imhof, Stadtpräsident von Laufen

zvg

Koordination wird verbessert

Für das KSBL weist Sprecherin Brigitte Emmenegger darauf hin, dass es seit Jahren eine gute Zusammenarbeit mit der Paramedic gegeben habe, die immer enger geworden sei. So wird der ärztliche Leiter der Paramedic AG bereits jetzt durch das KSBL gestellt. Die dadurch notwendigen Absprachen hätten nun dazu geführt, dass man sich bei Paramedic für die Lösung mit dem Kantonsspital Baselland entschieden habe.

«Die Integration des Rettungsdienstes Paramedic in den Rettungsdienst des KSBL führt zu einer noch besseren Koordination», zeigt sich Spitalsprecherin Emmenegger überzeugt. Verbessert werde auch die Bewältigung des zunehmenden Verlegungs- und Transportvolumens. Zudem werde die Positionierung der Rettungsfahrzeuge an den drei Spitalstandorten Liestal, Bruderholz und Laufen zu mehr Flexibilität in der Einsatzplanung führen, wodurch die Fahrzeuge besser ausgelastet werden sollen.

Der Hauptgrund für den Verkauf des Rettungsdienstes sei gewesen, die zukünftige präklinische Notfallversorgung im Einsatzgebiet der Paramedic sicherzustellen, sagt Kai-Simon Roloff, der Rettungsdienst-Leiter der Laufner Unternehmens. Dies bedeute zeitgemässe Anstellungsverhältnisse für gut ausgebildetes Rettungsdienstfachpersonal einschliesslich der Rettungsmittel und medizinisch-technischem Equipment. «Dieser Qualitätsstandard ist für ein privates Unternehmen wie die Paramedic fast nicht umsetzbar», so Roloff weiter. Das KSBL biete diesbezüglich die besten Voraussetzungen für die Zukunft.

Gerüchteküche brodelte

Sowohl Emmenegger als auch Roloff verneinen die Frage, ob es von Seiten der Politik Druck gegeben habe, diesen Schritt zu vollziehen. Kurz nach Bekanntgabe der Vereinbarung brodelte gestern die Gerüchteküche, dass diese Teilfusion im Kleinen als vorbereitender Schritt hin zur grossen gemeinsamen Spitalgruppe zwischen KSBL und Basler Unispital zu werten sei. Ebenso wenig seien Probleme in der Nachfolgeregelung bei Paramedic der Grund für die Vereinbarung, sondern ausschliesslich strategische Überlegungen, wie beide Seiten gestern betonten. Das KSBL übernimmt von der Paramedic zwei Rettungswagen und ein Reservefahrzeug. Diese blieben «mittelfristig am Standort Laufen des KSBL stationiert». Damit werde mindestens die gleich kurze Einsatzgeschwindigkeit rund um die Uhr gewährleistet.

Optimistischer Stadtpräsident

Auch Stadtpräsident Alex Imhof sieht in dieser Übernahme durch das KSBL eine gute Lösung: «Ein guter, ausgebauter Rettungsdienst für die Region Laufental-Thierstein war ein wichtiges Thema der Verhandlungsdelegation über die Zukunft des Kantonsspitals Laufen.» Indem Rettungsfahrzeuge künftig wieder im Kantonsspital stationiert seien, würden die Wege und Rettungszeiten verkürzt. Die gefundene Lösung, so Imhof, «ist eine Stärkung des Spitalstandorts Laufen». Denn gerade in Zeiten, in denen hier weniger Operationen durchgeführt würden, sei es umso wichtiger, auf einen leistungsfähigen, gut ausgebauten Rettungsdienst zählen zu können.