Zwingen
Keine Lärmschutzwand für Zwingen – auch keine Provisorische

Die im Zuge der Laufenstrasse-Sanierung von Anwohner Urs Scherrer entlang des Birsufers hochgezogene Bretterwand wird nicht durch eine mit Dämmmaterial gefüllte Aluminiumlochblechwand ersetzt, sondern nur durch ein gewöhnliches Strassengeländer.

Gaby Walther
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Bleibt ohne Lärmschutz: Laufenstrasse in Zwingen.

Bleibt ohne Lärmschutz: Laufenstrasse in Zwingen.

Die Posse um eine private Lärmschutzwand in Zwingen scheint ein zumindest einvernehmliches Ende zu finden. Die im Zuge der Laufenstrasse-Sanierung von Anwohner Urs Scherrer entlang des Birsufers hochgezogene Bretterwand wird nicht durch eine mit Dämmmaterial gefüllte Aluminiumlochblechwand ersetzt, sondern nur durch ein gewöhnliches Strassengeländer.

Wie Urs Scherrer bestätigt, hat er sein Baugesuch für die Alu-Lärmschutzwand zurückgezogen, obschon mehrere Einsprachen anderer Anwohner vom Kanton abgelehnt worden waren.

«Die Anwohner, welche bereits einen Anwalt beigezogen hatten, wollten den Entscheid anfechten und an die nächste Instanz weiterziehen. Es hätte wieder ein Jahr gedauert, bis die Rekurskommission entschieden hätte. Das hätte mich noch mehr Geld und weiteren Ärger gekostet», sagt der Bauherr. Scherrer ist enttäuscht und meint resigniert: «Dem Dorffrieden und auch mir zuliebe habe ich nachgegeben und verzichte auf den Bau einer Lärmschutzwand.»

So wird Scherrer weiterhin mit dem hohen Strassenlärm leben müssen. Da sein Grundstück tiefer als die Kantonsstrasse liegt, kann er mit keiner baulichen Massnahme in seinem Garten eine vernünftige Lösung erzielen. Mit der geplanten Lärmschutzwand dagegen hätte er den Lärm auf seinem Grundstück von 60 Dezibel um rund 3 Dezibel senken können. Andere Anwohner befürchteten hingegen, dass die Lärmschutzwand ihnen die Aussicht auf Schloss und Birs versperrt hätte.

Bretterwand umgelegt

Scherrers Vorhaben war aussergewöhnlich: Noch nie hatte im Baselbiet eine Privatperson eine Lärmschutzwand auf einer Kantonsstrasse errichtet. Zurzeit verschandeln provisorische Absperrungen die Kantonsstrasse, denn die rund 50 Meter lange Bretterwand lag nach einer stürmischen Sommernacht auf dem Trottoir. Offiziell war der Wind daran schuld, doch hätte dieser kaum die Kabelbinder durchschneiden können.

So ist auch für Urs Hess, Leiter Kantonsstrassen im Tiefbauamt Baselland, klar, dass die Wand absichtlich umgelegt wurde. Auf eine Anzeige wurde dagegen verzichtet. Das Strassengeländer sei bestellt und werde in etwa zwei Monaten montiert, erklärt Hess. Dem Kanton sei es egal, ob ein Geländer oder eine Lärmschutzwand die Strasse begrenze.