Motion
Keine Sonderregelung für Muslime und andere Religionen

Die Leitung der Sekundarschule Therwiler erlaubte es zwei muslimischen Schülern, ihrer Lehrerin den Handschlag zu verweigern. Der Fall wurde am Sonntag schweizweit diskutiert. Die Baselbieter SVP kündigte eine Vorlage an, um mit einer Änderung des Bildungsgesetzes künftig ähnliche Sonderreglungen zu verhindern.

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Oskar Kämpfer kann die Haltung der Schulleitung nicht verstehen. (Archiv)

Oskar Kämpfer kann die Haltung der Schulleitung nicht verstehen. (Archiv)

Wenig überraschend geisselt die Baselbieter SVP die Vereinbarung der Therwiler Schulleitung mit den beiden muslimischen Schülern als «krasse Verletzung von Gleichheitsgeboten». Damit werde sowohl die «Gleichstellung von Lehrerinnen und Lehrern» als auch der «Respekt gegenüber Lehrpersonen» untergraben.

Die Partei – ihr Kantonalpräsident Oskar Kämpfer wohnt in Therwil – könne die Haltung der Schulleitung «nicht nachvollziehen». Um künftige Fälle zu verhindern, hat sie laut Mitteilung vom Montag eine Motion eingereicht, welche eine Anpassung des kantonalen Bildungsgesetzes (SGS 640) verlangt.

Mit diesem Gesetzesvorstoss will die SVP nicht nur die Baselbieter Bildungsdirektion dazu bringen, schnellstmöglich eine entsprechende gesetzliche Änderung vorzulegen. Die Partei will auch die Schulleitungen dahingehend sensibilisieren, keine derartigen Sonderregelungen mehr für «Muslime und andere Religionsgemeinschaften zu schaffen».

Bereits am Sonntagabend hatte sich die Baselbieter CVP empört von der Therwiler Sonderregelung distanziert und «klare und verbindliche Regeln zur Integration von muslimischen Schülerinnen und Schülern» gefordert. (bos)

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