Kantonsspital Baselland
Kita auch in Liestal – wie siehts bei anderen Kantonsbetrieben aus?

Nach dem Bruderholz eröffnet das Kantonsspital auch in Liestal einen Kinderhort – die übrigen Kantonsangestellten können nur davon träumen, wie Recherchen der bz zeigen.

Andreas Hirsbrunner
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Nachdem das Spital beim Standort Bruderholz bereits an einer Kindertagesstätte beteiligt ist, die ausgebucht ist, will es nun in Liestal nachziehen. (Symbolbild)

Nachdem das Spital beim Standort Bruderholz bereits an einer Kindertagesstätte beteiligt ist, die ausgebucht ist, will es nun in Liestal nachziehen. (Symbolbild)

Annika Bütschi

Wer auf dem Arbeitsmarkt um sein Personal kämpfen muss, wird innovativ. Das beweist das Kantonsspital Baselland (KSBL). Nachdem das Spital beim Standort Bruderholz bereits an einer Kindertagesstätte beteiligt ist, die ausgebucht ist, will es nun in Liestal nachziehen.

Gerlinde Spitzl, Standortleiterin in Liestal, sagt dazu: «Jedes moderne Unternehmen hat die Pflicht, sich um seine Mitarbeitenden zu kümmern. Für jene mit Kind ist es eine wesentliche Entlastung, wenn er oder sie morgens das Kind ans Spital bringen kann und es gut versorgt weiss.» Deshalb wird das KSBL ab kommendem Juli im unmittelbar neben dem Spital stehenden Haus Feldsäge insgesamt 35 Plätze für Kinder ab vier Monaten bis zwölf Jahren anbieten. Vorrang haben dabei die Kinder der Spitalmitarbeiter, bleiben Plätze frei, können auch Aussenstehende ihre Kinder zur Betreuung abgeben. Bis jetzt sind laut Spitzl 15 Kinder fix angemeldet, diverse Anfragen sind noch hängig.

Spital greift Eltern unter die Arme

Kinderbetreuungsmodelle ausserhalb der Familie scheitern oft an der Finanzierung. Das KSBL kommt hier den Eltern entgegen und übernimmt einen Teil der Kosten. Wie die Tarife in Liestal genau ausgestaltet und ob sie allenfalls einkommensabhängig werden, sei noch offen, sagt Spitzl.

Während die Kindertagesstätte auf dem Bruderholz vom Spital selber betrieben wird, ist in Liestal die Firma SO29 GmbH aus Basel zuständig. Der etwas exotisch anmutende Namen stammt davon, dass diese ihre erste Kindertagesstätte 1996 an der Socinstrasse 29 eröffnete. SO29 GmbH komme nun in Liestal zum Zug, weil sie viel Erfahrung und einen guten Ruf habe, sagt Spitzl.

Offenbar ist beim Kanton selbst und bei den andern staatsnahen Betrieben der Handlungsdruck in Sachen Kinderbetreuung nicht so gross wie beim KSBL. Auf jeden Fall sagt Katrin Bartels, Leiterin des kantonalen Fachbereichs Familie, dass das Spital bis jetzt Vorreiter ohne Nachahmer sei. Zwar sei beim Kanton ein Projekt geplant gewesen, doch daraus sei nicht zuletzt wegen des 2012 an der Urne abgelehnten Gesetzes über die familienergänzende Kinderbetreuung im Frühbereich nichts geworden. Im Landrat stehen derzeit diverse Geschäfte zum Thema an (zwei Volksinitiativen und eine regierungsrätliche Gesetzesvorlage).

Für Bartels ist das KSBL auf dem richtigen Weg: «Ich unterstütze alle guten Angebote, die die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf fördern.» Ein Vorteil seien dabei kurze Wege, sodass etwa Mütter ihre Kinder über den Mittag stillen können – genau so, wie es das KSBL in Liestal vorsieht. Und Bartels weiter: «Kindertagesstätten sind für Unternehmen ein Wettbewerbsvorteil bei der Personalsuche.»

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