Reinach
Klar ist nur: Das Volk darf wählen

Es bleiben nur noch wenige Tage, bis feststehen muss, wer am 26. November zur Gemeinderatsersatzwahl antritt. Trotzdem ist noch immer Vieles offen.

Julia Gohl
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Seit dem Rücktritt von Gemeindepräsident Urs Hintermann (Bild) und seinem Gemeinderats- und Parteikollegen Silvio Tondi, sind in der Reinacher Exekutive zwei Sitze frei.

Seit dem Rücktritt von Gemeindepräsident Urs Hintermann (Bild) und seinem Gemeinderats- und Parteikollegen Silvio Tondi, sind in der Reinacher Exekutive zwei Sitze frei.

Kenneth Nars

Die Uhr tickt: Bis Montagabend müssen sich alle Kandidaten gemeldet haben, die gerne einen Sitz im Reinacher Gemeinderat hätten. Nur wenige Tage zuvor ist noch immer Vieles offen. Fest steht immerhin: Das Volk darf wählen, wer als Ersatz für die vor einem Monat zurückgetretenen Urs Hintermann und Silvio Tondi (beide SP) in den Gemeinderat einziehen soll.

Zur stillen Wahl kommt es nicht, weil schon jetzt mehr Kandidatinnen offiziell bestätigt sind, als Sitze zur Verfügung stehen. Ihre Kandidatur schon verkündet haben die Einwohnerrätinnen Christine Dollinger (SP) und Doris Vögeli (BDP) sowie die parteilose Therese Stalder. Antreten wird auch die SVP. Schon am 22. September und damit als erste Reinacher Partei hatte sie eine Nominationsveranstaltung durchgeführt. Seither gibt sie sich bedeckt, verkündet erst zur Deadline am Montag, wen sie ins Rennen schickt.

Damit macht sie den anderen bürgerlichen Parteien das Leben schwer, von deren Vertretern in der bz kürzlich noch einige sagten, dass sie sich je nach Kandidat der SVP einen Verzicht auf eine eigene Kandidatur und eine Unterstützung des SVP-Kandidaten vorstellen könnten. Unter ihnen war auch die FDP. Deren Präsidentin Gerda Massüger kann sich nicht erklären, weshalb die SVP nun einfach schweigt. «Vielleicht ist sie noch auf Kandidatensuche?», überlegt Massüger.

Retourkutsche fürs Einmischen?

Denkbar wäre auch, dass die SVP die anderen Parteien mit ihrem Vorgehen dafür bestrafen möchte, dass sie sich in die Kandidatenwahl einmischen wollten. In den vergangenen Wochen hatte sich die SVP immer wieder verärgert darüber gezeigt. Und auch ein Leserbrief vom ehemaligen SVP-Gemeinderat Paul Wenger, der als möglicher Kandidat gehandelt wird, im heutigen «Wochenblatt» legt diesen Gedanken nahe.

In seinem Schreiben wehrt sich Wenger gegen den in der letzten Ausgabe des «Wochenblatt» geäusserten Vorwurf von linker Seite, die SVP betreibe Ränkespiele. Das tue sie nicht, so Wenger und fährt fort: «Nur noch etwas zu Ihrer Information: Es kam bei unserer Parteibasis gar nicht gut an, dass es in Reinach Parteien und andere Kreise gibt, die uns explizit vorschreiben wollen, wen wir nominieren dürfen und wen nicht.» Die SVP wisse sehr wohl, was es heisse, in einer Exekutivbehörde mitzuarbeiten. «Es käme der SVP grundsätzlich auch nie in den Sinn, eine mögliche Kandidatur einer anderen Ortspartei von vornherein abzulehnen.»

FDP entscheidet am Donnerstag

Massüger sieht auch Vorteile darin, dass der SVP-Kandidat nicht bekannt ist: «Nun können wir unbeeinflusst von der SVP entscheiden.» Die FDP-Mitgliederversammlung findet am Donnerstag statt. Noch sei offen, ob ihre Partei ebenfalls jemanden ins Rennen schicken wolle. Mit Melchior Buchs und Klaus Endress hat die FDP bereits zwei Gemeinderatssitze inne. «Ob wir nun auch noch einen dritten anstreben wollen, wird die Parteibasis am Donnerstag entscheiden. Einen geeigneten Kandidaten hätten wir.»

Das wichtigste Anliegen ihrer Partei sei bereits jetzt erfüllt, freut sich Massüger: «Die Reinacher dürfen wählen.» Hätte es eine stille Wahl gegeben, so sagt sie, wäre die FDP auf jeden Fall mit einem eigenen Kandidaten angetreten. «Dass die Politiker einfach ohne Beteiligung des Volks die neuen Gemeinderäte bestimmen, wäre von den Reinachern in der aktuellen Situation sicher nicht goutiert worden.»

Kryptischer gibt sich die CVP. Man sei mit Stefan Brugger und Béatrix von Sury d’Aspremont ja bereits zweimal im Gemeinderat vertreten, sagt Parteipräsident Denis von Sury d’Aspremont. Da scheint zwar durch, dass die CVP nicht antreten wird. Aber so absolut möchte es der CVP-Präsident nicht formulieren. Es ständen schliesslich noch Entscheide anderer Parteien aus und der SVP-Kandidat sei nicht bekannt.