Kommentar
Wenn das Volk das Geschenk nicht will

Der Dom ist ein so gutes Projekt, dass es die Stimmbevölkerung fast nicht ablehnen kann. Dachte sich der Aescher Gemeinderat. Weit gefehlt.

Benjamin Wieland
Benjamin Wieland
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Es wird nichts aus internationalen Volleyball-Spielen in Aesch. Visualisierung des abgelehnten Doms.

Es wird nichts aus internationalen Volleyball-Spielen in Aesch. Visualisierung des abgelehnten Doms.

Häring & Co. AG

Ein solches Resultat hat wohl auch der ärgste Gegner des Doms nicht erwartet. Das Projekt erleidet Schiffbruch, mit 59 Prozent Nein-Anteil. Aesch will nichts wissen von der Holzkuppel mit mehreren Tausend Zuschauerplätzen. So gehen auch die vier Millionen Franken verloren, die der Kanton Baselland, die Basellandschaftliche Kantonalbank und die Bürgergemeinde versprochen haben.

Dieses Nein «nur» mit Corona zu begründen, wäre aber zu einfach. Die Probleme sind auch hausgemacht. Der Gemeinderat muss über die Bücher. Er hatte eine folgenschwere Botschaft ausgesendet – seit dem Moment, als er den Entscheid für den Dom der Häring & Co. AG und gegen eine konventionelle Halle gefällt hatte: Wir haben die beste Lösung schon gefunden, lieber Souverän. Du musst jetzt nur noch Ja sagen. Tust Du das nicht, gehen vier Millionen Franken verloren. Dass das Stimmvolk eine solche Bevormundung nicht schätzt, hat es gestern deutlich gemacht.

Nun heisst es abzuklären, ob tatsächlich Bedarf für neue Räume für Kultur und Sport besteht. Dann könnte die Gemeinde ein neues Projekt an die Hand nehmen – dieses Mal ergebnisoffen, was Standort, Form und Preis betrifft.

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