Kommentar
Ein Hilferuf, den man erhören muss

Das Z7 in Pratteln hat einen Notruf abgesetzt. Die Parkplatzprobleme seien akut und führen zu Planungsunsicherheit. Die Konzertfabrik steht deshalb vor dem Aus.

Stefan Strittmatter
Stefan Strittmatter
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Die Zukunft der Konzertfabrik Z7 steht in den Sternen.

Die Zukunft der Konzertfabrik Z7 steht in den Sternen.

Zvg

Man kann den Wert von Kultur nicht in nackten Zahlen messen. Doch jene der Konzertfabrik Z7 in Pratteln darf man sich dennoch auf der Zunge zergehen lassen: 1,4 Millionen Besucher an 2725 Konzerten seit 1994. Das sind Zahlen, die auch der mit einem dreistelligen Millionen-Betrag sanierten St. Jakobshalle ganz gut zu Gesicht stünden. Ganz zu schweigen von den klingenden Namen aus dem Musik­bereich, die man weiterhin öfter im Prattler Gewerbegebiet als neben dem Basler Fussballtempel antrifft.

Der Grund, weshalb das Team um Norbert Mandel und Tochter Melanie – aktuell sind es 13 Personen im Haupt- und über 100 im Nebenerwerb – am Donnerstag mit diesen Zahlen um sich warfen, ist kein Jubiläum, leider. Es handelt sich um einen Hilferuf. Schon bislang konnte es vorkommen, dass der Eiferer Norbert Mandel in einem Gespräch unter vier Augen den Bettel hinzuwerfen drohte. Doch der Schritt an die breite Öffentlichkeit, wie er am Donnerstag geschah, zeugt von einer ganz anderen Dringlichkeit.

Dabei geht es nicht um Geld: Die rund drei Millionen Franken, die in die Sanierung der altersschwachen Halle gesteckt werden müssen, will das Betreiber-Team in gewohnter Do-it-yourself-Manier selber auftreiben. Vielmehr droht das Z7 Ende kommendes Jahr an einem so profanen Problemchen wie fehlenden Park­plätzen zu scheitern. Das wäre ein denkbar unrühmliches Ende, das es seitens Gemeinde und Kanton mit allen Kräften abzuwenden gilt.