Kommentar
Fertig graue Maus: Das neue Selbstverständnis der BLKB

Bei der Basellandschaftliche Kantonalbank ist es vorbei mit der vornehmen Zurückhaltung. Das tut der Staatsbank gut – doch der Führung muss auch bewusst sein: An die BLKB werden höhere Ansprüche gestellt.

Benjamin Wieland
Benjamin Wieland
Drucken
Teilen
Symbol des Aufbruchs – und Nadelstich für die Basler Schwester, die BKB: die 2020 eröffnete BLKB-Filiale am Barfüsserplatz.

Symbol des Aufbruchs – und Nadelstich für die Basler Schwester, die BKB: die 2020 eröffnete BLKB-Filiale am Barfüsserplatz.

Kefalas/Key

John Häfelfinger hat der BLKB ein neues Image verschafft. Unter ihm als CEO hat die vormals eher bedächtige Kantonalbank Filialen im Fricktal und am Barfüsserplatz eröffnet, ein neues Logo eingeführt und das Sponsoring ausgeweitet. Mit dem Engagement für den Dom in Aesch ist jedoch eine neue Dimension erreicht. Die BLKB sah sich plötzlich in einer ungewohnten Rolle wieder, nach dem gegen den Kredit für die Kultur- und Sporthalle das Referendum ergriffen worden war: als Player in einem Abstimmungskampf.

Politische Einmischung – das ist für eine Kantonalbank schon ein starkes Stück. Zumal es sich bei ihr nicht um irgendein Institut handelt, sondern um eines in Staatsbesitz. Doch der neue Auftritt passt zum forschen Kurs, den Häfelfinger eingeschlagen hat. Unter ihm will sich die BLKB nicht mehr «nur» damit begnügen, KMU mit Krediten zu versorgen und Hüslibesitzer mit Hypotheken, nein: Der CEO sieht die Rolle der BLKB als Akteurin, die sich einmischt in wirtschafts- und gesellschaftspolitische Fragen – und auch Debatten provoziert.

Das ist zu begrüssen. Birgt aber auch Gefahren. Im Fall Aesch geht es lediglich um eine Abstimmung mit überschaubarer Tragweite. Die BLKB könnte aber auch in weitaus gröbere Stürme geraten. Sie sollte spätestens jetzt darauf vorbereitet sein.

Aktuelle Nachrichten