Kommentar
Wasserstoff fördern Ja – aber wenn, dann richtig

Zwei Wasserstoff-Produktionsanlagen plant ein Konsortium in der Nordwestschweiz. Doch die Vorhaben stehen unter Druck. Das müsste nicht sein.

Benjamin Wieland
Benjamin Wieland
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Wyhlen: Das gräuliche Neubau im Vordergrund ist eine Wasserstoff-Fabrik. Solch eine ist ist auch am anderen Ufer, in Augst, vorgesehen.

Wyhlen: Das gräuliche Neubau im Vordergrund ist eine Wasserstoff-Fabrik. Solch eine ist ist auch am anderen Ufer, in Augst, vorgesehen.

ZvG

Es gibt wohl kaum einen Energieträger, der weniger umstritten ist als Wasserstoff. Trotzdem gibt es starken Widerstand gegen die zwei geplanten Produktionsanlagen bei den Wasserkraftwerken in Birsfelden und Augst. Diesen Widerstand könnte man kleinreden. Anwohner würden immer ihre Partikularinteressen vertreten. Doch das wäre zu einfach.

Dass es in einer sogenannten Power-to-Gas-Anlage ab und zu knallt, zeigt die Wasserstofffabrik in Wyhlen, auf der deutschen Seite des Augster Kraftwerks. Und der Wasserstoff muss irgendwie transportiert werden – es braucht Lastwagenfahrten. Viele Befürchtungen der Anwohner sind also berechtigt. Nun könnte man argumentieren, die Klimaziele des Bundes seien übergeordnet. Was die betroffenen Anrainer bei diesem Punkt entgegnen: Bei den zwei Vorhaben handele es sich um Pilotanlagen. Die könnten kaum was zur CO2-Reduktion beitragen – was auch stimmt.

Weshalb planen die Investoren ihre Anlagen nicht von Beginn weg in Gebieten, wo es viel Platz hat und Emissionen kein Problem darstellen? Etwa im Birsfelder Hafen? Es hat wohl damit zu tun, dass sie dann teure Stromleitungen bauen oder aber Netzabgaben leisten müssten. Und das wiederum würde die Produktion unwirtschaftlich machen.

Doch das kann es nicht sein. Wenn es dem Bund wirklich ernst ist mit der Förderung von alternativen Energien, muss er sie so gestalten, dass Projekte nicht an ein paar Stromleitungen scheitern.

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