U-Abo Initiative
Kompromiss beim U-Abo? «Eine moderate Erhöhung der U-Abo-Preise für Erwachsene wäre vertretbar.»

In zwei Wochen soll die Vorlage zur U-Abo-Initiative dem Landrat unterbreitet werden. Weil wegen der schwachen Kantonsfinanzen niemand mehr die Hoffnung hat, dass die Subventionen auf heutigem Niveau behalten werden können, nehmen die Baselbieter SP-Landräte einen Preisaufschlag für Erwachsene in Kauf.

Leif Simonsen
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Da herrschte noch Freude: Am 1. Oktober 2015 wurde die U-Abo-Initiative eingereicht. In zwei Wochen wird nun die ausgearbeitete Vorlage der Initiative dem Landrat unterbreitet.

Da herrschte noch Freude: Am 1. Oktober 2015 wurde die U-Abo-Initiative eingereicht. In zwei Wochen wird nun die ausgearbeitete Vorlage der Initiative dem Landrat unterbreitet.

Michael Nittnaus

Knapp ein Jahr hat die Baselbieter Regierung gebraucht, um die Vorlage zur U-Abo-Initiative auszuarbeiten. In rund zwei Wochen soll sie dem Landrat unterbreitet werden, sagt Fiona Schär, Sprecherin der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion, auf Anfrage.

Unabhängig vom Inhalt der regierungsrätlichen Vorlage schwindet auch im rot-grünen Lager angesichts der schwachen Kantonsfinanzen im Baselbiet die Hoffnung, die Subventionen auf dem heutigen Niveau behalten zu können.

SP-Landräte zeigen sich deshalb für einen Kompromiss bereit. Hannes Schweizer, Präsident der Bau- und Planungskommission im Landrat, sagt: «Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Eine moderate Erhöhung der U-Abo-Preise für Erwachsene wäre vertretbar.»

Nicht zur Diskussion sollten in seinen Augen nur die Subventionen für Lehrlinge und Schüler stehen. Dass die Erwachsenen etwas mehr für das U-Abo bezahlen müssten, empfindet Schweizer als «Akt der Solidarität», zumal sie von einem «dichten und guten öV-Angebot» in der Nordwestschweiz profitieren könnten.

Schweizers Fraktionskollege Martin Rüegg will in der jetzigen finanziellen Situation ebenfalls nicht auf stur schalten. Um das «nicht verhandelbare» Einzonenmodell des Tarifverbunds Nordwestschweiz zu retten, seien «punktuelle Verteuerungen» möglich. Er denkt beispielsweise an die Preisaufschläge bei Nachtfahrten.

Selbst der grüne Liestaler Stadtpräsident Lukas Ott, Vertreter des Komitees «Ja zum U-Abo», stellt sich auf den Standpunkt, dass die Kompromissvorschläge von linker Seite «kein Tabu» sein dürften. Ott fordert jedoch, dass neben den Jugendlichen weitere Zielgruppen wie wenig Verdienende oder Familien ein stark vergünstigtes Abonnement bekommen sollen.

Dieses Modell müsse aber in Absprache mit den anderen Partnerkantonen im Tarifverbund Nordwestschweiz entworfen werden.