Affäre Gaugler
Krach in der Baselbieter SVP: Ex-Präsident erhebt Vorwürfe

Die Affäre um die zurückgetretene Landratspräsidentin Daniela Gaugler (SVP) ist noch nicht vorbei. Nun äussert sich erstmals der frühere Baselbieter SVP-Präsident Dieter Spiess. Er greift seinen Nachfolger Oskar Kämpfer frontal an.

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Dieter Spiess, ehemaliger Präsident der SVP Baselland

Dieter Spiess, ehemaliger Präsident der SVP Baselland

Keystone

Im Exklusiv-Interview mit der «Schweiz am Sonntag» sagt er, dass man schon vor ihrer Nomination von ihren juristischen Problemen wusste. Wenn Spiess noch Präsident wäre, wäre es gar nicht zum Skandal gekommen. «Ich hätte früher interveniert.» Er wirft seinem Nachfolger Oskar Kämpfer vor, die Basis nicht zu spüren. Den entscheidenden Leuten fehle das Sensorium: «Oskar Kämpfer ist ein Kämpfer in einer Ritterrüstung mit einem ganz kleinen Visier.»

Dass Kämpfer in die Ferien abgetaucht ist, sei ein Fehler. Jeder dürfe zwar mal Ferien machen: «Es gibt aber Dinge, die Chefsache sind und bei denen man, auch wenn es unangenehm ist, den Kopf hinhalten muss», sagt Spiess gegenüber der „Schweiz am Sonntag“. Kämpfers Argument, dass die Medien eine Schmutzkampagne geführt hätten, sei falsch: «Die Medien haben ihre Aufgabe erfüllt. Punkt.» Eigentlich seien sie sogar sehr anständig gewesen.

Spiess und Kämpfer haben sich schon vor Jahren zerstritten. Spiess pflegte einen aggressiven Politik-Stil und verfolgte die Zürcher SVP-Linie. Kämpfer hingegen politisiert auf der Berner Linie und tritt gemässigter auf. Spiess kommentiert: «Ich hatte eine klare Linie. Sie hat die SVP zur wählerstärksten Partei gemacht.» Er versuchte 2012 erfolglos, Kämpfer als seinen Nachfolger zu verhindern. Kämpfer wiederum verhinderte, dass Spiess in den Nationalrat nachrückte. Als Caspar Baader im Juni überraschend seinen Rücktritt einreichte, drängte Kämpfer den erstnachrückenden Christian Miesch, das Amt anzunehmen. Auch dazu äussert sich Spiess im Interview mit der „Schweiz am Sonntag“ erstmals: Wahrscheinlich hätte er das Amt angenommen, sagt Spiess. Er hätte in Bern mehr für das Baselbiet erreichen können als Miesch.