Ziefen
Kritiker lässtbeim Schiesslärm nicht locker

Der Streit rund um den Schiesslärm in Ziefen ist um ein Kapitel reicher. Nachdem Christian Recher eine Petition zur Reduktion der Schiesszeiten eingereicht hatte , wurde klar, dass der Gemeinderat voll und ganz hinter dem Schützenverein steht.

Fabio Halbeisen
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Der Schiessstand in Ziefen wird auch im Jahr 2012 rege genutzt. Dies trotz eingereichter Petition zur Reduktion der Schiesszeiten Archivbild niz

Der Schiessstand in Ziefen wird auch im Jahr 2012 rege genutzt. Dies trotz eingereichter Petition zur Reduktion der Schiesszeiten Archivbild niz

Die Unterstützung zeigt sich laut Schiesslärm-Kritiker Recher in mehreren Punkten. Begonnen hat es damit, dass der Schiessplan für das Jahr 2012 nicht den Forderungen entsprechend angepasst wurde. Trotz der Petition mit über 100 Unterschriften reagierte der Gemeinderat lediglich mit einer angesagten Schiesslärmmessung. «Das ist doch ein klassisches Ausweichmanöver», ärgert sich Recher. Er vermutet, dass die Gemeinde somit festhalten will, dass sich alles im legalen Bereich befindet. «Mir geht es jedoch nicht ums Gesetz, sondern um die Vernunft», beteuert Recher.

Fragen werden nicht beantwortet

Ein weiterer Punkt hinterlässt Fragezeichen. An der Gemeindeversammlung von vergangenem Montag wurde die Frage gestellt, wer diese Schiesslärmmessungen durchführen werde. Die Frage wurde vom Gemeinderat nicht beantwortet. Auch das Ergebnis einer in der Gemeinde durchgeführten Umfrage bezüglich des Schiesslärms bleibt laut Recher den Ziefner Einwohnern bis heute verwehrt. «Der Gemeinderat kann offenbar nicht mit offenen Karten spielen», meint Recher dazu, «wo bleibt da die Transparenz?»

Damit sich die Fronten nicht noch mehr verhärten, wollte Christian Recher die Gemeindepräsidentin Christine Brander sowie den Präsidenten des Schützenvereins Peter Räuftlin an einen runden Tisch bringen. Die Antwort des Gemeinderats vom 12. März, die der bz vorliegt, ist erstaunlich: «Im Moment sieht der Gemeinderat keine Notwendigkeit, ein Gespräch zu führen.»

Der Gemeinderat schweigt

Weshalb sich der Gemeinderat derart für den Schützenverein einsetzt, ist für Recher offensichtlich. Die Mehrheit der Gemeinderäte seien stark mit dem Schützenverein verbunden; die Kinder von drei Gemeinderäten seien Mitglieder, einer sei gar selbst aktiver Schütze. «Dem Gemeinderat wäre zu wünschen, dass ihm bewusst wird, dass jede und jeder als Vertreter des Volkes und nicht eines Vereins gewählt wurde», betont Recher.

Die Gemeinde stützt sich nach wie vor auf die Lärmmessungen. In der Antwort an Christian Recher heisst es: «Die Lärmmessungen werden im Frühjahr 2012 durchgeführt und danach wird das weitere Vorgehen definiert.» Auf Anfrage der bz liess Gemeindepräsidentin Christine Brander via Gemeindeverwaltung ausrichten, dass die Gemeinde die Lärmmessungen abwarten wolle und sonst keine Auskünfte geben werde.