Gastronomie
«Krone» in Schönenbuch wird verkauft – Was passiert jetzt mit dem Restaurant?

Seit drei Generationen führt die Familie Bacher in Schönenbuch das Restaurant Krone. Nun wollen sie das Gebäude verkaufen.

Rebekka Balzarini
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Jahrzehntelang führte Fabian Bachers Familie das Restaurant Krone.

Jahrzehntelang führte Fabian Bachers Familie das Restaurant Krone.

Juri Junkov

Fabian Bacher setzt sich für ein Gespräch an den Tisch. Er schenkt ein Glas Wasser ein, nimmt einen Schluck Kaffee. Das Restaurant ist fast leer, zwei Gäste trinken ihren Morgenkaffee. An den Fenstern hängen blaue Vorhänge, in den weissen Wänden sind dunkle Holzriegel eingebaut. Praktisch sein ganzes Leben hat Bacher im Restaurant Krone gearbeitet, genauso wie seine Eltern und Grosseltern. Nun ist bald Schluss. Noch in diesem Frühling will er die Schlüssel für das Riegelhaus in Schönenbuch abgeben. Bacher und seine Eltern sind müde.

«Es ist nicht so, dass mir das Gastgewerbe keinen Spass mehr macht», betont Bacher. «Aber ich musste mich entscheiden: Entweder ich stelle das Konzept für die «Krone» komplett um, oder ich höre auf.» Bacher entschied sich für die zweite Möglichkeit. «Das Gastgewerbe hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Das ist spannend. Aber für uns auf dem Land wurde es immer schwerer.»

Das Gebäude, in dem sich das Restaurant Krone befindet, ist rund 250 Jahre alt. Schon Bachers Grosseltern wirteten in der «Krone». Nach ihrem Tod ging das Wirtshaus an seinen Vater über. Dieser entschied in den 80er Jahren, das Restaurant zu renovieren und zu verpachten. Anfang der 90er schlug dann zum ersten Mal die Stunde von Fabian Bacher: Die Pächter kündigten den Vertrag. Er und sein Bruder beschlossen, das Restaurant gemeinsam zu führen.

«Mein Bruder überredete mich dazu», erinnert sich Bacher an seine Entscheidung. Er selber hatte eine KV-Ausbildung, sein Bruder war Koch. «Da prallten zwei Welten aufeinander.» Mit viel Euphorie starteten die Brüder das Projekt. Aber auch mit vielen falschen Vorstellungen. «Nach sechs Monaten war die Zusammenarbeit bereits vorbei. Wir hatten eine recht unerfreuliche Trennung.» Bacher beschloss 1994, das Restaurant gemeinsam mit seinen Eltern zu führen. Mit seinem Bruder hat er sich inzwischen wieder vertragen. «Die Zeit heilt Wunden», sagt Bacher dazu knapp.

Erfolgreicher Familienbetrieb

Es folgten anstrengende, aber schöne Jahre für die Bachers. Sie führten das Restaurant gemeinsam als Familie bis 2001. Doch dann wurde die Mutter schwer krank und sie entschieden, die «Krone» wieder zu verpachten. An die falschen Leute, wie sich bald herausstellen sollte.«Das war ein Trauerspiel, die Typen hatten gar nichts im Griff», erinnert sich Bacher. Die neuen Pächter warteten und putzten das Gebäude schlecht. Ausserdem zahlten sie die Miete nicht pünktlich. Nach nur eineinhalb Jahren war Schluss. «Wir waren fast froh, als sie Pleite gingen.» Die Familie kam erneut zusammen. «Ich weiss heute auch nicht mehr, warum ich damals sagte: Komm, wir machen es wieder.»

2003 übernahmen die Bachers den Betrieb erneut, renovierten das Gebäude, und die Gästezahl stieg wieder an. Aber die neuen Trends in der Gastronomie machten es immer schwerer, neue Kunden nach Schönenbuch zu locken. «Es ist bitter, aber unsere Gäste werden immer älter. Neue Trends wie Street Food Festivals, Food Trucks und günstige Take-aways halten die Leute in der Stadt.» Auch die Konkurrenz aus dem nahen Ausland mache seinem Restaurant zu schaffen. Deshalb beschlossen Bachers einstimmig: Die «Krone» soll verkauft werden. Mitte 40 startet für Fabian Bacher nun bald ein neues Kapitel. Wehmut spürt er noch keine. «Aber ich glaube, das kommt noch. Sobald ich den Vertrag unterschreibe.» Momentan freut er sich vor allem auf eine neue Normalität. «Ferien, ohne mir ständig Gedanken darüber zu machen, ob daheim alles in Ordnung ist.» Er würde gerne in der Gastronomie bleiben. «Nur was Eigenes, das will ich im Moment nicht mehr.»