Braun, brauner, Nyffeler
Kult-Sünneler Peter Nyffeler entdeckt Basel: «Birskopf ist Ramba-Zamba!»

Normalerweise grillt sich Peter Nyffeler auf Kuba, Bali oder in der Türkei. Für den bz-Badeplatz-Test hat er eine Ausnahme gemacht.

Benjamin Wieland
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Peter Nyffeler vergibt dem Birskopf die Bestnote: Verpflegung, Wiese, Bademöglichkeiten – alles gut.

Peter Nyffeler vergibt dem Birskopf die Bestnote: Verpflegung, Wiese, Bademöglichkeiten – alles gut.

Martin Toengi

Die Schweizerische Krebsliga teilt die Menschen in vier Typen ein. Je nach Helligkeit von Haut und Haaren darf man ein paar Minuten mehr oder weniger an der Sonne brutzeln, bevor es den Zellen zu heiss wird. Einen Hauttyp hat die Krebsliga jedoch vergessen: Peter Nyffeler.

Der 64-Jährige hat schwarze Haare, mittelblaue Augen und einen Teint, bei dem sogar Milchschokolade erblasst vor Neid. «Die Sonne ist mein täglich Brot», sagt Nyffeler. Er gehe dorthin, wo die Sonne sei – und manchmal ist es auch die Sonne, die ihrem treuesten Anbeter folgt.

So wie beim Treffen mit der bz. Nyffeler wurde gerufen, um drei Badeplätze in der Region zu testen. Am Morgen ist es noch bedeckt. Doch kaum ist der Sonnenkönig aus dem Aargau mit seinem schwarzen VW Golf vorgefahren, vergeht den Wolken die Lust – sie verziehen sich, es wird heiss.

Peter Nyffeler badet am liebsten in kühlem Flusswasser, wie hier an der Birs in Reinach.
13 Bilder
Der Sonnenkönig hat die Haare schön.
«Ich habe gar nicht gewusst, dass es hier so cool ist!»
Die schattenspendenden Baumkronen haben es ihm angetan.
Im Strandcafé «Veranda Pellicano» bleibt der «Kult-Sünneler» nicht lange inkognito.
«Idyllisch!»: Nyffeler an der renaturierten Birs in Reinach.
Als Ablegepunkt für einen Rheinschwumm bestens geeignet: Der «Tinguely-Strand» bei der Solitude.
Mit der Piz-Buin-Reklame hat es offziell noch nicht geklappt.
Mit Fotos aus dieser Serie kam er bei einem «Sommerleute»-Wettbewerb 2012 auf den zweiten Platz.
Braun, brauner, Nyffeler.
Fantasie hat der Oftringer zweifellos.
Mittlerweile kann er an der Fasnacht auftreten – als er selbst.
Den Sonnenkönig gibt es auch als Schlüssel-Anhänger.

Peter Nyffeler badet am liebsten in kühlem Flusswasser, wie hier an der Birs in Reinach.

Benjamin Wieland

Figur an der Fasnacht

Bekannt wurde der Polymechaniker aus Oftringen im Sommer 2012: Damals suchte der «Blick» Sommerleute für die gleichnamige Serie. Nyffeler schickte Ferienfotos ein und wurde zweiter, «hinter zwei jungen Girls», wie er anfügt. «Nicht schlecht für mein Alter, nicht?» Von da an war er der «Kult-Sünneler der Nation». Er durfte für das Online-Versandhaus «Brack» modeln, und an der Luzerner Fasnacht war ein «Kult-Sünneler»-Wagen unterwegs.

Nyffeler ist alles andere als ein Durchschnittstyp: viel Metall an Hals und Armen, Roberto-Blanco-Frisur, Pornobalken auf der Oberlippe, meistens eine Marlboro zwischen den Lippen. Mittlerweile werde er auf der Strasse angesprochen, sagt Nyffeler. Auch am Birskopf, der ersten Station des Badetests, bleibt Nyffeler nicht lange inkognito.

Der Inhaber des Strandrestaurants Veranda Pellicano grinst übers ganze Gesicht, als er den «Kult-Sünneler» erblickt. «Hey, alle lächeln», ruft der seinen Angestellten zu. «Wir kommen in der Zeitung!»

Sogar er cremt sich ein

Jetzt schweift Nyffelers Blick über den Birskopf, es folgt ein anerkennendes Nicken. «Sieht geil aus, auf den ersten Blick.» Er lobt die Kiesbank bei der Birsmündung, die grosszügigen Liegewiesen mit dem gepflegten Rasen und die Bäume mit den ausladenden Kronen. «Schattenplätze muss es haben, das ist ganz wichtig», sagt der Mann, der alle paar Monate Richtung Süden flüchtet, nach Kuba, Thailand, Bali, Ägypten, in die Türkei oder die Dominikanische Republik. «Nicht alle ertragen die Sonne so gut wie ich. Und auch ich schütze mich.» Sagt’s und zückt eine Tube Sonnencreme: Piz Buin, Schutzfaktor 6.

Jetzt gehts ans andere Rheinufer, zum Strändchen beim Tinguely-Museum. Hier lobt er, dass man bequem ins Wasser gelangen kann. «Der ideale Startpunkt für einen Rheinschwumm. Im Fluss mitten durch die Stadt – Wahnsinn!» Zu bemängeln hat er, dass es eher wenig Platz zum Liegen gibt. «Hier ist es sicher überfüllt am Wochenende.» Immerhin: Seit diesem Jahr gibt es in der Solitude auch eine Buvette, das «Schöpfli im Park».

Das grösste Entzücken entlockt Nyffeler aber die renaturierte Birs im Dreieck Reinach, Münchenstein und Arlesheim. «So muss es sein!», sagt Nyffeler, während er sich bäuchlings ins Wasser legt. «Mitten in der Natur, kühles Flusswasser – was will man mehr?» Wiederum fehlt es ihm einzig ein wenig an Liegemöglichkeiten («eher wenig Schatten», «grobe, harte Steine»), und mit Verpflegung sei hier gar nichts.

So siegt in der Gesamtwertung die als erste besuchte Station. «Da stimmt der Mix», sagt Nyffeler. «Für mich hat der Birskopf die Höchstnote verdient: Rambazamba!»