Performance-Preis
Kulturglanzlicht am Mittelpunkt des Baselbiets

Ein gesamtschweizerischer Wettbewerb will seit vier Jahren die Performancekunst einer breiten Öffentlichkeit näher bringen. Dabei spielt das Baselbiet 2016 eine Hauptrolle.

Willi Wenger (Text und Foto)
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Das geografische Zentrum des Baselbiets bei Lupsingen wird 2016 auch zum Mittelpunkt des Performance-Preises.

Das geografische Zentrum des Baselbiets bei Lupsingen wird 2016 auch zum Mittelpunkt des Performance-Preises.

Der Baselbieter Regierungsrat macht es mit einem 180'000-Franken-Rahmenkredit aus dem Swisslos-Fonds möglich, dass der Performance-Preis Schweiz im kommenden Jahr im Baselbiet durchgeführt wird. Schauplatz dieses Kulturglanzlichts ist der Kantonsmittelpunkt in Lupsingen.

Mit der Durchführung des Performancepreises verfolgt der Kanton Baselland verschiedene Ziele. Er will zum einen zusammen mit den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Luzern, der Stadt Genf und voraussichtlich des Kantons Jura den Preis national etablieren. Ziel sei es aber auch, mittels dieser «fokussierten Fördermassnahme und -plattform der Performance-Kunst» in der Region Basel Rechnung zu tragen, sagt Bernadette Hauert, Ressortleiterin in der zuständigen Hauptabteilung Kulturelles der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD). Gleichzeitig, so das Konzept, sollen auch die Leute vor Ort in die Durchführung involviert werden.

Den Performance-Preis Schweiz als partnerschaftlich getragenes Instrument gibt es seit vier Jahren. Im kommenden Jahr soll nun dokumentiert werden, dass der Kanton Baselland nicht nur in erster Linie subsidiär, sondern in dieser Sparte auch als «Aktiver» ein starkes Zeichen setzen kann. Die Szene in der Region verdiene dies, ist Bernadette Hauert überzeugt, die zudem sagt, dass Performance-Kunst im Baselbiet ihren Stellenwert habe. «In der Vergangenheit war sie beispielsweise stets ein wichtiger Bestandteil des Programms im Kunsthaus Baselland».

Hiesige Kultur profitiert

Performance-Kunst setzt auf Einmaliges

Bildende Künstlerinnen und Künstler arbeiten nicht mehr ausschliesslich in den Medien Malerei, Skulptur/Plastik oder zum Beispiel Fotografie. Vielmehr setzen sie ihre künstlerische Aussage und Botschaft zunehmend auch in sogenannten Kunstperformances um. Konkret: Sie stellen diese in öffentlichen, einmaligen Kunstereignissen dar. Diese Art der künstlerischen Ausdrucksweise fand in den 1960er-Jahren ihren Anfang, ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil des künstlerischen Arbeitens geworden und wird längst auch an den Hochschulen gelehrt.

Anlass für rund 200 Personen

Die Hauptverantwortung des gesamten Anlasses liegt bei der Hauptabteilung Kulturelles des Amtes für Kultur. Die Gemeinde Lupsingen bietet Ressourcen vor Ort an. «Allerdings», sagt Bernadette Hauert, sei noch nicht bestimmt, in welcher konkreten Form beispielsweise der Regen- respektive Schattenschutz realisiert werden wird. Die Besucherzahl dürfte sich in der Grössenordnung von gegen 200 Personen bewegen. Und: Die Durchführung findet bei jedem Wetter statt. «Die Performancerinnen wie auch das Publikum werden sich dieses Umstandes bewusst sein, zumal für Performance-Künste eine Durchführung in der freien Natur durchaus üblich ist.»