Elektroauto
Künftig mit einem ökologischen Lächeln zur Arbeit fahren

Der Prototyp erinnert eher an einen Strandbuggy als an ein Elektro-Auto. Mit dem Smile stellt das Ökozentrum Langenbruck an der Messe «Natur» den Prototyp eines elektrischen Pendlerautos vor.

Daniel Haller
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Der Smile als Stolz des Ökozentrum-Teams – am Steuer Mario Vögeli. Kenneth Nars

Der Smile als Stolz des Ökozentrum-Teams – am Steuer Mario Vögeli. Kenneth Nars

Diesen Smile wird das Ökozentrum Langenbruck an der Messe «Natur» am zweiten Muba-Wochenende der Öffentlichkeit präsentieren. Sein Design ist Programm: «Nur mit einer extrem leichten Bauweise können wir den Energieverbrauch so weit senken, dass die Ökobilanz interessant wird», erklärt Mario Vögeli, Projektleiter im Ökozentrum.

Ein normal schwerer Elektrowagen mit Hunderten von Kilo Batterien, die beispielsweise in China mit Kohlenstrom produziert werden, schneide nicht ohne weiteres besser ab als ein mit Erdöl betriebenes Fahrzeug. Das Leergewicht des Smile entspricht hingegen mit 385Kilo jenem eines schweren Töffs. Mit 2,5Meter Länge und 1,4 Metern Breite dürfte das Gefährt auch in kleine Parklücken passen.

Kilometerpreis von 35 Rappen

Zudem soll das Fahrzeug im Betrieb nicht nur wegen des tiefen Energieverbrauchs von 8Kilowattstunden auf 100 Kilometer – dies entspreche 0,8Liter Diesel – günstig sein, sondern auch wegen tiefer Steuern und Versicherungsprämien. «Wir rechnen mit einem Kilometerpreis von 35 Rappen», betont Vögeli.

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h soll das Gefährt zwar für die Autobahn zugelassen sein. «Doch die Zielgruppe sind Pendler, die täglich die gleiche Strecke im Nahbereich zurücklegen müssen und dabei meistens allein im Wagen sitzen», erklärt Vögeli. Je nach Einsatzgebiet sei der Smile deswegen mit Batterien für 40, 70 und 100 Kilometer Reichweite erhältlich.

In 35 Minuten soll eine 40-Kilometer-Batterie aufgeladen sein. Für seltene, längere Fahrten, könne man zusätzliche Batterien einstöpseln oder einen kleinen Benzingenerator anhängen, der die Akkus während der Fahrt lädt.

Gesucht: Ein Investor

Bisher gibt es nur den Prototyp, der mit einem Baselbieter Nummernschild über 1000Strassenkilometer hinter sich hat. «Nun werden wir den Wagen für die Serienproduktion optimieren, um den Preis auf unter 20000 Franken zu drücken.» Das Rohfahrzeug werde in Frankreich hergestellt. Motor, Batterie, Ladegerät und die restliche Ausstattung soll hingegen auch in Zukunft in der Schweiz eingebaut werden.

Dafür hat das Ökozentrum zwei Optionen: Entweder findet sich eine Möglichkeit im Waldenburgertal, das damit seiner Entwicklungs-Strategie als CleanTech-Valley mit einem vorzeigbaren Produkt Glaubwürdigkeit verleihen könnte. Zumindest für den Zusammenbau der ersten zehn Smiles gebe es Gespräche mit einer Garage im Waldenburgertal. Oder die Produktion werde in einem Betrieb in der Region Zürich angesiedelt, zu dem ebenfalls gute Kontakte bestehen.

Wo die Smile-Produktion schliesslich landet, sei vom Investor abhängig. Der künftige Kapitalbedarf übersteige die Kapazität des bisherigen Investors, der die Entwicklung finanzierte. Es gehe vorerst um eine halbe Million Franken. «Mit dem Smile möchten wir ein Kundensegment ansprechen, das den Wagen nicht nur aus Umwelt-Motiven kauft. Deswegen auch das freche Design.»

Wirtschaftsförderung interessiert

«Die technischen Daten des Smile tönen vielversprechend», meint Thomas Ruppli, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Waldenburgertal. «Andere Elektrowagen brauchen oft lange, bis die Batterie geladen ist, oder sie kommen nicht vom Fleck.» Da stecke – nach nur einem Jahr Entwicklungsarbeit – Potenzial drin, das die Wirtschaftsförderung im Tal behalten möchte.

«Es geht erstens um Arbeitsplätze, und zweitens hätte ein solcher Wagen Signalwirkung zugunsten unserer Cleantech-Strategie.» Er müsse aber noch weitere Details in Erfahrung bringen, sei jedoch bereit zu helfen, dem Ökozentrum bei Investoren die Türen zu öffnen.

Auch bei Basel Area, Wirtschaftsförderung beider Basel, zeigt sich CEO Franz Saladin interessiert: «Wir werden mit dem Ökozentrum Kontakt aufnehmen und fragen, was der Zürcher Konkurrenz-Standort bietet.» Dann könne man schauen, was sich im Baselbiet machen lasse. «Wir haben ein gutes Netzwerk: Firmen-Ansiedlungen sind unser Auftrag.»