Kunsteisbahn Sissach
Kunsteisbahn Sissach bleibt die ganze Saison geschlossen

Der Gemeinderat von Sissach hat beschlossen, die Kunsteisbahn für die gesamte Saison zu schliessen. Das Dach kann kurzfristig weder repariert noch entfernt werden. Der Eishockeyclub blickt in eine ungewisse Zukunft.

Jeremias Kläui
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Der Schnee ist mittlerweile vom Kunschti-Dach entfernt. Das Problem bleibt.

Der Schnee ist mittlerweile vom Kunschti-Dach entfernt. Das Problem bleibt.

Kenneth Nars

Nicht das Eis ist dünn in Sissach, sondern die Decke der Kunsteisbahn brüchig. Sie kann nicht «auf die Schnelle» repariert werden, wie die Sissacher Gemeinderätin Beatrice Mahrer sagt. Als vor rund einer Woche der erste Schnee des Jahres fiel, musste die Halle geschlossen werden. Das mit Kondenswasser vollgesogene Holzdach drohte unter der Schneelast einzustürzen.

Sofortmassnahmen gescheitert

Damals hiess es, die Kunschti würde 14 Tage später wieder öffnen. Jetzt weiss man, dass dies nicht der Fall sein wird: Gestern gab die Gemeinde bekannt, die Anlage während der ganzen Saison geschlossen zu halten. Es sei keine der geplanten «Sofortmassnahmen» wirklich sofort umsetzbar gewesen. «Zuerst wollten wir die Pfeiler verstärken, das ging aus statischen Gründen jedoch nicht», erklärt Gemeinderätin Mahrer. «Dann überlegten wir uns verschiedene Arten von Verstrebungen.» Auch das sei nicht möglich gewesen. Sogar das Dach teilweise abzudecken und die Kunschti zeitweise unter freiem Himmel weiterzuführen stand zur Diskussion. «Doch all das geht nicht so schnell», begründet Mahrer, «uns tut es wahnsinnig leid, doch die Sicherheit geht vor.»

Nach Alternativen suchen wird die Gemeinde jedoch nicht. Eine zweite, provisorische Anlage zu bauen, wäre nach Beatrice Mahrer eine unnötige Ausgabe, die zu den Sanierungskosten noch hinzukäme. Die Gemeinde als Besitzerin der Anlage will sich jedoch mit allen Betroffenen an einen runden Tisch setzten. Auch weil Schadenersatz-Forderungen drohen.

EHC-Saison steht in den Sternen

Einer der Hauptbetroffenen ist der örtliche Eishockey-Verein, der EHC Zunzgen-Sissach (ZS), der immerhin eine Erstliga-Mannschaft stellt. «Wir sind mit Hochdruck auf der Suche nach Lösungen», berichtet Vereinspräsident Jean-Daniel Neuenschwander. Die Suche gestalte sich jedoch «enorm schwierig», da für alle Heimspiele und Trainings der verschiedenen Mannschaften, bis hin zu den Junioren Ersatzspielplätze gefunden werden müssen. Der ZS-Vorstand habe alle Eisflächen in der Region abgeklappert, bis jetzt aber noch nichts gefunden. Wenn man eine finde, werde man für die Kosten die Gemeinde belangen. Falls es nicht klappt, «ist es der letzte Ausweg, Mannschaften zurückzuziehen», sagt Neuenschwander. «Doch das wollen wir um jeden Preis verhindern.»