Sissach
Kunsti-Sanierung: Gemeinderat wird wegen zu hoher Kosten mit Fragen eingedeckt

Vertiefte Kostenkontrollen zur neuen Eishalle zeigten, dass der Bau bis zu zehn Prozent teurer zu stehen komme als vorgesehen. Der Sissacher Gemeinderat soll deshalb an der GV in zwei Wochen Antworten liefern.

Simon Tschopp
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Die Kunsti-Sanierung wird teurer, als gedacht.

Die Kunsti-Sanierung wird teurer, als gedacht.

Juri Junkov/Fotograf

Sissachs Exekutive dürfte an der Gemeindeversammlung (GV) vom 12. Dezember ein ungemütlicher Abend bevorstehen. Grund sind die neue Eishalle und die frisch sanierte Kunsteisbahn. Der bewilligte Baukredit von 8,7 Millionen Franken werde gegen zehn Prozent überschritten, gab der Gemeinderat Mitte Oktober bekannt. Nun ist drei Stimmbürgern der Kragen geplatzt. Sie richten einen mehrseitigen Fragenkatalog an den Gemeinderat. Dieser soll an der GV in zwei Wochen dazu Antworten liefern. Traktandiert ist «Kunsteisbahn, Information».

Ruedi Graf, Stephan Marti und Thomas Martin schreiben in ihrer Anfrage, «dieser als höchst unerfreulich zu bezeichnende Umstand stösst sowohl die Befürworter als auch die Gegner der Kunsti-Sanierung vollends vor den Kopf». Das Trio stellt der Exekutive 18 teils unbequeme Fragen zu Projektmanagement, Kommunikation und Kostenüberschreitungen. Zudem fordert es mit zwölf Fragen klärende Auskünfte.

Unter anderem: Zu welchem Zeitpunkt der Gemeinderat Kenntnis hatte, dass mit «derartig überrissenen Mehrkosten» gerechnet werden müsse. «Hat sich der Gemeinderat beim Projekt Kunsti-Sanierung konsequent an seinen eigenen Beschluss (...) gehalten, wonach Mehrkosten vor der Ausführung bekannt gegeben und von der Bauherrschaft genehmigt werden müssen?», fragen die drei Einwohner weiter.

An der GV von Mitte Juni liess der Gemeinderat auf eine schriftliche Anfrage von Ruedi Graf und Dieter Stebler noch verlauten, dass 85 Prozent der Aufträge für die Sanierung ohne Kostenüberschreitungen im Vergleich zum bewilligten Gesamtkredit vergeben seien und 300 000 von total 400 000 Franken der Reserven weiterhin zur Verfügung stünden. Vier Monate später dann die Wende: Die Exekutive teilte mit, für die Sanierung der Kunsteisbahn sei mit einem Nachtragskredit von bis zehn Prozent oder 870 000 Franken zu rechnen.