Kuppel-Neubau
Kuppel-Gegner geben Widerstand resigniert auf

Die Grossratskommission stimmt der Aufwertung der Heuwaage und des Nachtigallenwäldelis bedingungslos zu.

Yen Duong
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Die geplante Umgestaltung der Heuwaage und des Nachtigallenwäldelis ist nach etlichen Turbulenzen auf der Zielgeraden: Die vorberatende Bau- und Raumplanungskommission (BRK) des Grossen Rats segnet den Ratschlag der Regierung still und ohne Änderungen ab. «Wir haben dieses Geschäft fertig beraten und stimmen den Anträgen der Regierung zu. Die Vorlage wird voraussichtlich im Februar im Grossen Rat behandelt», bestätigt BRK-Präsident Andreas Albrecht (LDP) der bz.

Auf einen Kommissionsbericht hat die BRK verzichtet – für eine derart grosse Umgestaltung mit einem Investitionsvolumen von rund 12 Millionen Franken ist dies ungewöhnlich (siehe Box rechts). «Wir machen nur einen Bericht, wenn wir zusätzliche Überlegungen haben. Wenn der Ratschlag vollumfänglich überzeugt, macht es keinen Sinn, zusätzliches Papier zu produzieren», begründet Albrecht.

Komitee gegen Kuppel chancenlos

Die BRK bekennt sich mit ihrem Ja zum Ratschlag auch klar zum Veranstaltungslokal Kuppel, das im Nachtigallenwäldeli einen Neubau erstellen will. Dagegen wehrt sich das vor wenigen Monaten gegründete Komitee «Zolli-Eingang auf die Heuwaage». Die Komiteemitglieder Hans Rudolf Bachmann, Geschäftsführer der Vereinigung für eine Starke Region Basel, und Kunstmäzen Matthias Eckenstein fordern: Das Gebiet soll komplett dem Zolli zur Verfügung stehen (die bz berichtete). Mit seiner Forderung löste das Komitee viel Wirbel und Kopfschütteln aus.

Gegenüber dem «Regionaljournal» verlangten die Zolli-Aktionäre vergangenen Monat: Wird die Kuppel nicht aus dem Nachtigallenwäldeli vertrieben, soll wenigstens die Laufzeit des Baurechtsvertrags von 30 auf 20 Jahre reduziert werden. Dafür lobbyierte das Komitee in der BRK – umsonst, wie sich jetzt zeigt. Die Grossratskommission will nichts von einem verkürzten Baurechtsvertrag für die Kuppel wissen. «Die Amortisation einer Investition braucht Zeit – bereits 30 Jahre sind anspruchsvoll. Es gibt keinen Grund, den Vertrag zu kürzen», meint der BRK-Präsident.

Komiteesprecher Hans Rudolf Bachmann reagiert resigniert auf die neuste Entwicklung im Streit ums Nachtigallenwäldeli. Auf die Frage, ob man bei einem Ja des Grossen Rats das Referendum ergreifen werde, sagt er: «Wir müssen es realistisch sehen: Alleine gegen 100 zu kämpfen, macht keinen Sinn. Die Wahrscheinlichkeit ist klein, dass wir etwas dagegen machen werden.» Immerhin habe man aber versucht, sich gegen den Neubau zu wehren. Und Bachmann betont: «Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Kuppel am falschen Ort ist.»

Erleichterter Kuppelbetreiber

Ein Stein vom Herzen fällt Kuppelbetreiber Simon Lutz. «Dass die BRK dem Ratschlag zustimmt, ist ein Schritt in die richtige Richtung und bedeutet hoffentlich, dass unser Projekt endlich vorwärtskommen kann.» Zum Komitee meint Lutz: «Als dieses kurz vor dem Ziel aus dem Nichts aufgetauchte, hat mich das schon sehr belastet.» Es hatte offenbar auch seine gute Seite: «Was uns sehr überraschte und motivierte, waren die öffentlichen Reaktionen auf das Komitee. Wir sehen das als Lob für unsere Arbeit an», sagt Lutz.