Kurt Aeschbacher
Kurt Aeschbacher kommt nach Pratteln: «Für mich ein Heimspiel»

Im Rahmen der Martinu-Festtage präsentiert Kurt Aeschbacher in Pratteln ein Konzert. Der Auftritt in der Region ist für den beliebten Fernseh-Moderator ein Heimspiel, lebte er doch 20 Jahre in Basel.

Oliver Maurer
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Kurt Aeschbacher: Der Berner moderiert in Pratteln.

Kurt Aeschbacher: Der Berner moderiert in Pratteln.

SF/Merly Knörle

Herr Aeschbacher, Sie moderieren an diesem Samstag das Konzert «Martinu - Die tönende Biografie» in Pratteln. Ist es für Sie eine Art «Heimspiel», in der Region Basel aufzutreten?

Kurt Aeschbacher: Ja, ich lebte fast zwanzig Jahre lang in Basel. In dieser Zeit war ich für die Grün 80 als Vizedirektor verantwortlich. Zudem führte ich ein gutes Jahrzehnt einen kleinen Laden mit Seidenaccessoires am Rümelinsplatz. Da gibt es also eine lange Verbundenheit mit dieser Stadt.

Wie kam der Kontakt zum Konzert-Projekt zustande?

Bereits seit vielen Jahren trete ich rund um die «Martinu Festtage» in Basel immer wieder mit Texten und Ideen für Familienkonzerte auf. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wollen wir das Leben dieses faszinierenden, aber immer noch unterschätzten Komponisten beleuchten. Wir haben uns dazu entschieden, dies mit Tondokumenten, Tagebuchauszügen und Hintergrundinformationen zu tun. So entstand diese tönende Biografie.

Ist ein solches Projekt Neuland für Sie?

Nein, ich schreibe schon seit langer Zeit regelmässig Texte zu klassischer Musik. Beispielsweise entstand zusammen mit dem Theater Basel eine sehr erfolgreiche Produktion rund um Tschaikowskys Nussknacker. Zusammen mit der Sängerin Vessilina Kasarova war ich mit «Offenbach Arien» auf Schweizer Tournee, und kürzlich stand ich auf der Bühne der Zürcher Tonhalle mit einem eigenen Text zum «Karneval der Tiere». Momentan arbeite ich an einer Aufführung über das Leben des Komponisten und Pianisten Sergei Prokofjew.

Treten Sie dieses Mal als Moderator oder als Erzähler auf?

Da ich meine Texte stets selbst schreibe und auch bei der Konzeption solcher Projekte mitarbeite, kann man mich wohl am besten als erzählenden Moderator bezeichnen.

Was ist ihre Lieblingsanekdote aus dem bewegten Leben von Martinu?

Martinus Leben war stark von seiner Kindheit geprägt. Er wuchs als Sohn eines Turmwächters auf, also als eine Art «Turmkind». Deshalb spielen Glocken auch in seinen musikalischen Werken eine grosse Rolle. Aber da gibt es noch viele weitere tolle Anekdoten rund um diesen lebensfrohen und geniesserischen Weltenbürger. Am besten schaut man sich die Aufführung an!

Bohuslav Martinu: Von Ostböhmen nach Liestal

Dass das Konzert «Martinu – Die tönende Biografie» in Pratteln stattfindet, ist kein Zufall: Der tschechische Komponist lebte an zahlreichen Orten auf der Welt – ein Zuhause fand er jedoch in der Nordwestschweiz. Aber der Reihe nach: 1890 in Ostböhmen geboren, lebte Martinu bis zu seinem zwölften Lebensjahr in einem Glockenturm. Danach führte ihn seine Arbeit als Komponist und die Flucht vor dem Zweiten Weltkrieg nach Prag, Paris, New York und Nizza. Seine letzten Jahre verbrachte er in Frenkendorf. Dort komponierte er weiter, bis er 1959 in Liestal starb. Nächsten Samstag wird die turbulente Lebensgeschichte mit Text, Musik und Schauspiel im Kultur- und Sportzentrum Pratteln aufgeführt. Moderator des Projekts, das unabhängig von den Basler «Martinu Festtagen» statt findet, ist Kurt Aeschbacher. Er wird mit Anekdoten aus der Biografie des Komponisten durch den Abend führen. Untermalt wird das Erzählte vom Ensemble der Theaterpädagogin Pia Durandi. Weiter bringen die Preisträger des Konzertpodiums Baselland mit Unterstützung des Pianisten Carl Wolf einige kammermusikalischen Werke Martinus zur Aufführung.

«Martinu – Die tönende Biografie»: Samstag, 25. Mai, 19 Uhr, Kuspo Pratteln. Eintritt: 15 Franken (Familien 30, Kinder 5 Franken).