Lärmschutz
Osttangente: Basler Regierung will «nur» ein kleines Dach bauen

Mit einer 265 Meter langen Überdeckung der Autobahn A2 im Gebiet Breite soll der Lärmschutz verbessert werden. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis sei mit diesem kurzen Dach wesentlich besser als bei einer rund halben Kilometer langen Überdeckung.

Hans-Martin Jermann
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Mit rund 100'000 Fahrzeugen pro Tag gehört die Osttangente der A2 zu den am stärksten befahrenen Autobahnteilstücken der Schweiz. Die Anwohner fordern hier seit Jahren einen besseren Lärmschutz.

Mit rund 100'000 Fahrzeugen pro Tag gehört die Osttangente der A2 zu den am stärksten befahrenen Autobahnteilstücken der Schweiz. Die Anwohner fordern hier seit Jahren einen besseren Lärmschutz.

Martin Töngi

Für den besseren Schutz der Anwohner vor Verkehrslärm will die Basler Regierung die Osttangente mit einem kleinen Dach versehen. Sie hat dazu gestern Ausgaben für ein Vorprojekt in der Höhe von 1,25 Millionen Franken bewilligt. Bestandteil ist zudem die Erhöhung bestehender Lärmschutzwände an der Schwarzwaldallee.

Die in einem Vergleich favorisierte Variante sieht eine 265 Meter lange Überdeckung des Autobahnabschnitts vor und schlägt mit 76,2 Millionen Franken zu Buche. Im Gegensatz zu den anderen Varianten kann diese vor Inbetriebnahme des Rheintunnels gebaut werden, da ein Spurabbau auf während der Arbeiten nicht nötig ist. Laut der Untersuchung schützt diese Variante zusätzlich 46 Wohnungen mit 138 Personen vor Verkehrslärm. Pro Person ergibt das Kosten von rund 550'000 Franken. Hingegen könnten mit dem 465 Meter langen Deckel 57 Wohnungen und 171 Personen besser geschützt werden. Allerdings steigen die Kosten dafür überproportional an: Sie liegen bei 185 Millionen Franken (resp. 1,08 Mio Fr. pro Person) bei einem Bau nach Inbetriebnahme des Rheintunnels, also ab 2035.

1,38 Miollionen Franken pro Person seien unverhältnismässig

Noch teurer wird diese zweite Variante, wenn sie etappiert und ein Teilstück des Dachs wie bei Variante 1 vor dem Rheintunnel gebaut wird. Dann betragen die Kosten 240,1 Millionen (1,38 Mio. pro Person). Der zusätzliche Schutz bei Variante 2 stehe in keinem Verhältnis zu den zusätzlichen Kosten, findet die Regierung. Debatten im Grossen Rat sind programmiert.

Die vorberatende Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (Uvek) forderte vor Jahresfrist, dass eine längere Einhausung als die bereits diskutierten 265 Meter geprüft wird. Grundsätzlich ist für den Lärmschutz an Autobahnen der Bund zuständig. Allerdings müssen die Kantone jene Massnahmen selber tragen, die wie hier über den Mindeststandard des Bundes hinausgehen.