Laienschauspiel
Läufelfinger Theaterprojekt «Hauenstein» kommt ins Rollen

Im nächsten Sommer wird die Gemeinde am Fusse des Unteren Hauensteins Schauplatz eines historischen Theaterstücks. Für die Realisierung des Freilicht-Events steht das ganze Dorf im Einsatz.

Eva Oberli
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Der stillgelegte Steinbruch beim Silo12 wird für «Hauenstein» zur Theaterkulisse.

Der stillgelegte Steinbruch beim Silo12 wird für «Hauenstein» zur Theaterkulisse.

Bild: zvg

«Wir stehen unmittelbar vor dem Auftakt», freut sich Regisseur Danny Wehrmüller. «Die Konzepte für Bühnenbild und Kostüme sind fertig und im Spätsommer können wir mit dem Proben beginnen.»

In ziemlich genau einem Jahr wird ein Ensemble von knapp 50 Laienschauspielenden das historische Stück «Hauenstein» in Läufelfingen uraufführen. Theaterbegeisterte im Alter zwischen 16 und 75 Jahren kamen zusammen, um die im 19. Jahrhundert spielende Geschichte rund um Grossbauer und Politiker Heinrich Strub auf die Bühne zu bringen. Ein Drittel der Mitwirkenden stammt aus Läufelfingen selbst, der Rest aus direkten Nachbardörfern und weiteren Oberbaselbieter Gemeinden.

Eine steinige Kulisse

Aufführungsort wird das Silo12 sein, welches etwas ausserhalb von Läufelfingen an der Passstrasse über den Unteren Hauenstein liegt und zu einem stillgelegten Steinbruch gehört. Heute beherbergt das durch den Kultur- und Museumsvereins Läufelfingen zum Industriemuseum umgestaltete Silo regelmässig Ausstellungen.

Die Inszenierung von Danny Wehrmüller bespielt aber nicht die blau-weisse Fassade des Silos, sondern die Felswand auf der Rückseite. Ein modernes, transparentes Bühnenbild soll es anstelle von Pappmaché-Kulissen geben, denn «das hier ist nicht ‹Gotthelf› im Baselbiet», wie es Wehrmüller ausdrückt. Trotz der eindrucksvollen Kulisse, die der Steinbruch bietet, musste im Vorfeld auch die Sicherheit abgeklärt werden, wie OK-Präsident Werner Schmutz erklärt.

«Natürlich passiert es immer wieder, dass sich einzelne, kleine Steine lösen. Extra dafür wurde aber ein Schutzwall aufgeschüttet, der das lose hinunterfallende Gesteinsmaterial auffängt.»

Die ursprünglich für Ende Dezember angesetzten Castings, die weniger ein Auswahlverfahren als viel mehr ein gegenseitiges Kennenlernen waren, konnten erst im März stattfinden. Draussen, bei wenigen Grad über Null und mit Maske gewannen die Laienschauspielenden und der Regisseur einen ersten Eindruck voneinander. «Da habe ich gemerkt, dass diese Leute, die da der Kälte trotzen, wirklich wollen», erinnert sich Wehrmüller.

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Bei Minusgraden und mit Maske: Beim ersten Zusammentreffen spielten die Mitwirkenden draussen.

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Sein erklärtes Ziel war es von Beginn weg, alle, die das möchten, auf die Bühne zu bringen. Dass mehr als die Hälfte der Mitwirkenden noch gar keine Schauspielerfahrung hat, sieht der erfahrene Regisseur im positiven Sinne als Herausforderung.

«Vielleicht wird es hier und da auch schwierig, aber für mich ist natürlich spannend herauszufinden, was in jedem Einzelnen an Ausdruckskraft steckt.»

Als Ersatz für die ebenfalls wegen Corona ausgefallene Leseprobe feiern alle Mitwirkenden noch vor den Sommerferien ein Freilicht-Auftaktfest, um einander kennen zu lernen und ein Gefühl dafür zu bekommen, was im kommenden Jahr entstehen wird.

Der Grundstein für eine wiederkehrende Tradition

Für die Bewirtung der Gäste, Einlasskontrollen und sonstige Aufgaben rund um die Aufführungstage im Juni 2022 wollen die Veranstalter, der Verein Läufelfingen pro.aktiv und der Kultur- und Museumsverein die über 20 weiteren dorfeigenen Vereine als Helfer mobilisieren.

Die Vision, im Silo12 eine Theatertradition zu etablieren, schwebt den Verantwortlichen schon länger vor. «Hauenstein» könnte nun den Grundstein für eine alle paar Jahre wiederkehrende Theaterkultur legen. Weiterführende Pläne sind aber erst «im Ideenstatus», wie Werner Schmutz sagt. «Erst wollen wir sehen, was wir hier zustande bringen und wie das Ganze bei den Leuten ankommt.»