Landrat
Baselbieter Regierung befasst sich mit Schottergärten

Der Kanton soll die Bevölkerung darauf sensibilisieren, welche Auswirkungen Schottergärten haben. Dies fordert eine knappe Parlamentsmehrheit.

Dimitri Hofer
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Die Baselbieter Regierung muss sich mit Schottergärten im Kanton beschäftigen.

Die Baselbieter Regierung muss sich mit Schottergärten im Kanton beschäftigen.

Kenneth Nars

Schottergärten sind auch im Baselbiet immer häufiger. Während die einen auf sie schwören, sind andere überhaupt nicht begeistert. SP-Präsidentin und Landrätin Miriam Locher würde sich wünschen, auf weniger Steingärten zu treffen. Mit zwei Postulaten fordert sie den Kanton auf, die Bevölkerung für die Auswirkungen der Gärten zu sensibilisieren. Beide Vorstösse wurden am Donnerstag mit knappem Mehr überwiesen.

Kanton soll Workshops für Gärtner durchführen

Damit wird sich die Baselbieter Regierung nun mit Schottergärten beschäftigen. «Der Regierungsrat wird gebeten zu prüfen und zu berichten, in welcher Form sich Workshops durchführen lassen, um Gärtnerinnen und Gärtner hinsichtlich der Thematik der Schottergärten zu sensibilisieren», heisst es in einem Postulat. Dieses wurde, wie der andere Vorstoss, von einem grossen Teil des links-grünen Lagers mitunterzeichnet.

Laut dem zweiten Postulat soll geprüft werden, ob für die Kurse kantonseigene Flächen, die ökologisch wertvoll gestaltet sind, als positive Beispiele verwendet werden könnten. Für Miriam Locher ist klar: «Schottergärten lassen nicht nur kaum ein Aufkommen von Pflanzen zu.» Um einen Unkrautwuchs zu verhindern, werde auch der darunterliegende Humus abgetragen und der Boden mit einem Vlies oder einer Plastikfolie versiegelt.

Während der angeregten Diskussion über die beiden Postulate kam von bürgerlicher Seite mehrfach der Vorwurf einer Bevormundung der Bevölkerung. FDP-Fraktionspräsident Andreas Dürr sagte gar: «Wir brauchen keine staatlich verordnete Umerziehung.» SVP-Landrat Markus Graf fand: «Diese Vorstösse braucht es nicht. Sie zeugen von wenig Respekt und Vertrauen.» Grünen-Fraktionschef Stephan Ackermann, der die Postulate mitunterschrieben hat, erklärte hingegen: «Die individuelle Freiheit soll bleiben. Der Kanton soll einfach mit gutem Beispiel vorangehen.»

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