Landrat
Kantonsangestellte bekommen im Baselbiet bald das U-Abo massiv günstiger

Viele Firmen bietet ihren Angestellten bereits das «Job-Ticket» vom Tarifverbund Nordwestschweiz an, also das U-Abo für 530 statt 800 Franken pro Jahr. Überraschend hat nun der Landrat eine Motion überwiesen, die genau das für das gesamte Kantonspersonal fordert.

Michael Nittnaus
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Kantonsangestellte sollen durch das Job-Ticket animiert werden, an ihren Arbeitsort beispielsweise nach Liestal mit dem Zug zu fahren statt mit dem Auto.

Kantonsangestellte sollen durch das Job-Ticket animiert werden, an ihren Arbeitsort beispielsweise nach Liestal mit dem Zug zu fahren statt mit dem Auto.

Kenneth Nars / Archiv

Um vom U-Abo-Jugendtarif des Tarifverbunds Nordwestschweiz (TNW) zu profitieren, muss man kein Jugendlicher sein. Schon seit längerem bietet der TNW mit dem sogenannten Job-Ticket ein Abo zum selben Preis von 53 Franken pro Monat oder 530 Franken pro Jahr an. Dies im Gegensatz zum Normaltarif von 80 respektive 800 Franken. Konzipiert ist es für Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten. Für jeden Angestellten, der so neu zum U-Abo greift, trägt der TNW die Preisdifferenz. Nur für jenes Personal, das bereits ein U-Abo besitzt, muss das Unternehmen die Differenz übernehmen.

Und es wird rege genutzt. Wie einem Vorstoss der SP-Landrätin Désirée Jaun zu entnehmen ist, bieten in der Region bereits 110 Firmen mit über 30'000 Angestellten das Job-Ticket an. Darunter auch Gemeinden wie Muttenz, Oberwil und Arlesheim.

Kanton muss nur für bestehende U-Abo-Besitzer etwas zahlen

Jaun fand, dass auch der Kanton Baselland auf diesen Zug aufspringen soll und forderte in ihrer Motion, «das Angebot für die Mitarbeitenden der kantonalen Verwaltung Basel-Landschaft auf den schnellstmöglichen Termin einzuführen». Die Regierung lehnte dies ab und beantragte die Umwandlung in ein abklärendes Postulat sowie, dass dieses dann sofort als erledigt abgeschrieben werden solle.

Etwas überraschend hielt Jaun am Donnerstagnachmittag aber an der verbindlichen Motion fest - und wurde dafür belohnt: 45 Ja- standen am Ende 35 Nein-Stimmen gegenüber, dies bei 2 Enthaltungen. Die Regierung soll nun noch allfällige offene Fragen klären, kommt aber um eine Einführung des Angebots nicht mehr herum. Unklar ist etwa, wie viel das Job-Ticket den Kanton jährlich kosten wird, also wie viele Angestellte bereits ein U-Abo zum Vollpreis besitzen, von welchem der Kanton dann jeweils 270 Franken übernehmen müsste.

Für etwas Irritation sorgte nach Jauns Sieg dann noch, dass die SVP darauf beharren wollte, trotzdem noch über den Abschreibungsantrag der Regierung abzustimmen. Landratspräsident Heinz Lerf entschied nach kurzer Beratung jedoch, dass der Antrag nur Bestand gehabt hätte, wäre die Motion wie von der Regierung gefordert in ein Postulat umgewandelt worden. So aber sei es eine neue Situation. Die Regierung widersprach nicht. Wie lange es dauert, bis die Einführung vollzogen ist, ist allerdings noch offen.