Gaugler-Nachfolge
Landratspräsidium: Roman Klauser steht in den Startlöchern

Der Allschwiler Roman Klauser ist der Favorit für die Nachfolge der zurückgetretenen Landratspräsidentin Daniela Gaugler. Definitiv «Ja» sagen will der SVP-Landrat zwar noch nicht. Doch er macht klar, dass er gewillt ist und das Zeug dazu hat.

Michel Ecklin
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SVP-Landrat Roman Klauser steht nach Gauglers Rücktritt bereit.

SVP-Landrat Roman Klauser steht nach Gauglers Rücktritt bereit.

mto / zvg

Zu einem Ja konnte sich Roman Klauser gestern noch nicht durchringen. Doch der Allschwiler SVP-Landrat hat offensichtlich nichts dagegen, als Favorit für die Nachfolge der Landratspräsidentin Daniela Gaugler genannt zu werden – ganz im Gegenteil. Nach Gauglers Rücktritt am vergangenen Freitag fiel sein Name in verschiedenen Medien mehrmals. «Wenn man sich für das Landratsbüro zur Verfügung stellt und auch gewählt wird, muss man damit rechnen, dass man eines Tages das Präsidium übernimmt», sagt er selber dazu. Sonst hätte er damals gar nicht erst «Ja» zu diesen Funktionen sagen müssen. «Das ist der normalste Weg zum Präsidium, den man sich denken kann.» Deshalb hat er sich auch schon Gedanken darüber gemacht, wie das für ihn wäre, wenn er eines Tages Landratspräsident würde. «Aber es ist jetzt natürlich schon etwas anders gekommen, als ich gedacht hatte.»

Ob das zeitintensive Landratspräsidium in sein derzeitiges Leben passen würde? Diese Frage beantwortet er diplomatisch. Selbstverständlich bringe das Amt Mehraufwand mit sich, «aber es kommt eben drauf an, welche anderen Ämter man aufgeben will». Das müsse er jetzt genau mit dem Parteivorstand und der Fraktion besprechen. Diese würden letztlich über seine Kandidatur entscheiden, nicht er selber. Fraktion und Parteivorstand werden dem Landrat einen Wahlvorschlag machen. Die übrigen Fraktionen haben angedeutet, dass sie den Anspruch der SVP auf das Ratspräsidium nicht bestreiten.

Nach den für Gaugler unangenehmen Erfahrungen dürften sich die Anwärter auf ihre Nachfolge in der SVP nicht gerade vordrängen. Dessen ist sich auch Klauser bewusst. «Natürlich werden nicht alle sofort aufstrecken und sich melden», sagt er. «Ich wüsste grad niemanden, der Interesse hätte.»

Doch letztlich ist es nicht die Partei, sondern der Landrat als Ganzes, der ihn zum Präsidenten wählen müsste. Und auch da zeigt sich Klauser zuversichtlich. «Ich habe schon das Gefühl, dass ich von den anderen Parteien getragen werde.» Er habe sich viel in den Kommissionen eingebracht, «darum habe ich im Rat meine Leute, die denken: Mit mir als Präsidenten ginge es gut». Faktionsübergreifende Anerkennung verschaffte sich Klauser auch bei der Wahl des Landschreibers Peter Vetter. Hier leitete der Allschwiler die Findungskommission.

Erst seit dreieinhalb Jahren dabei

Und noch etwas dürfte seine Wahlchancen vergrössern, wie er selber betont: Bei der Affäre Gaugler hielt er sich in den vergangenen Wochen vornehm zurück. «Dabei hatte ich schon meine Meinung dazu.» Es spricht also einiges dafür, dass die SVP Klauser als Landratspräsidenten vorschlägt und ihn der Landrat auch wählen wird. Doch er selber will seine Kandidatur gegenüber der bz nicht definitiv bestätigen. «Was ich für mich persönlich denke, verrate ich sowieso nicht den Medien», betont er. Aber vielleicht ist es ein Zeichen dafür, dass er bereits den nötigen Respekt vor dem Amt als höchstem Baselbieter hat, wenn er sagt: «Es ist schon verrückt, wie plötzlich alles schnell gegangen ist. Ich bin ja erst seit dreieinhalb Jahren im Landrat dabei.»