Wahlkampf BL
Lauber fährt schweres Wirtschaftsgeschütz gegen Jourdan auf

Am Freitag massen sich Anton Lauber und Thomi Jourdan gleich an zwei Podien. Lauber mobilisiert sein Wirtschaftsnetzwerk, um im Endspurt für die Regierungsratswahl Herausforderer Jourdan in die Schranken zu weisen.

Bojan Stula
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Anton Lauber gibt den Medien am Freitag vor Pfingsten Auskunft.

Anton Lauber gibt den Medien am Freitag vor Pfingsten Auskunft.

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Mag Herausforderer Thomi Jourdan mit noch so programmatischen Ideen und Elan den Wahlkampf aufmischen: Der bürgerliche Allianzkandidat Anton Lauber lässt sich nicht in die Ecke drängen. Drei Wochen vor der Ersatzwahl für die Baselbieter Regierung gibt sich der Allschwiler CVP-Gemeindepräsident siegesgewiss wie eh und je. Sämtliche nicht repräsentativen, in verschiedenen Medien durchgeführten Umfragen sehen den 52-jährigen Juristen klar in Führung - wenngleich mit einem bemerkenswerten Stimmenanteil für den Muttenzer Newcomer.

Dennoch: Lauber müsste in den verbliebenen Wochen schon schwere Fehler begehen, damit er diesen Vorsprung verspielt. Davon war bisher nichts zu sehen. Auch an gleich zwei Podien, an denen sich Lauber und Jourdan am Freitag in Reinach und Gelterkinden gegenübersassen, hielt er seinen jugendlich sprühenden, eloquenten Gegner in Schach. Selbst mit Äusserungen, die eigentlich in den Ohren der jungen Berufsschülerinnen und -schüler am Reinacher KV-Bildungszentrum unpopulär klingen müssten, erntete er Zustimmung; etwa mit seinen befürwortenden Voten zum Hooligan-Konkordat oder der Asylgesetzrevision. Wobei sich Lauber auf kritische Nachfrage eines Schülers nicht zu schade war, auf den inneren Zwiespalt hinzuweisen, den christliche Politiker gerade in Asylfragen empfinden können.

Illustres Unterstützer-Trio

Doch so richtig seine Muskeln liess Lauber am Vormittag in Liestal spielen. In der ersten von drei Medienorientierungen, die sein Wahlkampfteam im Kampagnen-Endspurt vorgesehen hat, wurde er von einem illustren Trio sekundiert, das seine starke Vernetzung und Wirtschaftskompetenz unter Beweis stellen sollte. Lauber habe auf kommunaler Ebene genau das vorgemacht, was der Landkanton in seiner jetzigen Situation benötige, stellte Wirtschaftskammer-Direktor Christoph Buser dar: «Er hat die Wirtschaftsförderung verinnerlicht.» Die Erhöhung der Steuereinnahmen juristischer Personen in Allschwil von 4,5 auf 15 Millionen Franken sei ein eindrücklicher Leistungsausweis seiner Präsidialzeit. Dank offener Verwaltungstüren, kurzer Wege, Tatkraft und stringentem Kostenmanagement habe Lauber aus der einstigen Schlafstadt einen der stärksten Wirtschaftsstandorte im Kanton gemacht.

Überhaupt habe es laut Buser schon lange nicht mehr einen Baselbieter Regierungsratskandidaten mit einem derart breiten Rucksack an Wirtschaftskompetenz gegeben. Bei dieser Gelegenheit wollte der FDP-Landrat nochmals klargestellt haben, dass vor allem die Qualität von Laubers Netzwerk und Nähe zum Gewerbe den Ausschlag für den Unterstützungsentscheid durch die Wirtschaftskammer gegeben habe, nachdem der Wirtschaftsrat beide Kandidaten angehört hatte. Dem schloss sich Handelskammerdirektor Franz Saladin an und betonte zusätzlich Laubers menschliche Qualitäten: Er sei einer, der zuhören könne und aktiv bei Industrie und KMU deren Bedürfnisse abhole. «Er pflegt die Unternehmer», bekräftigte schliesslich Edouard H. Viollier, CEO des gleichnamigen Labortechnik-Unternehmens. Wegen des guten Drahts zu Lauber habe er den Sitz seiner Space-Holding nach Allschwil verlegt.