Grosse Pläne
Läufelfingerli bleibt diesen Sommer in der Remise

Den Liebhabern der Läufelfingerli-Linie droht der zweite grosse Rückschlag innert weniger Wochen. Die Betreiber der Dampfbetriebs-Wochen wollen diesen Sommer erneut auf ihre beliebten Fahrten.

Jürg Gohl
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Mit Volldampf über den Viadukt in Rümlingen – aber erst im Winter.

Mit Volldampf über den Viadukt in Rümlingen – aber erst im Winter.

Kenneth Nars

Den Liebhabern der Läufelfingerli-Linie droht der zweite grosse Rückschlag innert weniger Wochen. Erst nahmen die Baselbieter Sparapostel wieder einmal die schwach frequentierte Bahnverbindung von Sissach via Läufelfingen nach Olten ins Visier. Nun verzichten die Betreiber der Dampfbetriebs-Wochen diesen Sommer erneut auf ihre beliebten Fahrten. Nicht nur erste Reaktionen nach der letzten erfolgreichen Sommerwoche, sondern auch Plakate am Strassenrand (s. kleines Bild) lassen zwar auf baldige Dampffahrten hoffen. Doch auf den zweiten Blick ist es offensichtlich, dass es sich dabei um ein Plakat aus dem Vorjahr handelt.

Uwe Fiedler, der Geschäftsführer der «Modern Steam am Hauenstein», bestätigt eine entsprechende Meldung der «Volksstimme»: «Es gibt diesen Sommer keine Dampffahrten auf der Läufelfingerli-Linie.» Er wehrt sich aber entschieden gegen die Interpretation, dass er sich damit von seinem Traum verabschiedet, auf dieser Strecke einen Dampfbetrieb mit modernen Lokomotiven fest einzurichten.

Lokomotiven ganz nach Sissach

«Im Gegenteil», sagt er. Statt im Sommer wie letzten oder im Herbst wie vorletztes Jahr will er 2011 zur Adventszeit mit seinen Fahrten zwischen Sissach und Olten aufwarten. «So können wir auch Erfahrungen sammeln, wie gut unser Angebot in dieser Zeit genutzt wird», sagt Fiedler, der nach den früheren Wochen stets positive Fazite zog. Die wenig genutzte Bahnlinie über den fotogenen Viadukt in Rümlingen und durch den Unteren Hauenstein dient dabei, erst recht bei den aktuellen Diskussionen, als geradezu ideale Anlage.

Der Hauptgrund für den Verzicht auf eine Dampf-Woche in diesem Sommer liegt aber beim definitiven Umzug nach Sissach. Die Lokomotiven, derzeit noch anderswo in der Schweiz verteilt, sollen beide in der Oberbaselbieter Gemeinde ein Lager erhalten. Aus diversen Gründen haben sich dieser Wechsel und die damit verbundenen Verhandlungen mit den SBB verzögert. Sie würden aber kurz vor dem Abschluss stehen. Fiedler möchte das Depot langfristig pachten. Damit wäre eine Basis für den permanenten Betrieb gelegt.

Bald Lokomotive mit Solarenergie

Denn das ist und bleibt Fiedlers Ziel. Und diesem ordnet er auch seine einst vorsichtig angekündeten Sommerfahrten 2011 unter. Denn eines ist für ihn klar: Aus den Volldampf-Wochen am Hauenstein, die auf viel ehrenamtlicher Arbeit fussten, soll sich ein professioneller Dauerbetrieb entwickeln. Vorgesehen ist dafür die Zeit von Ende Mai bis Oktober 2012. «Die ganze Geschichte muss auf professionellen Füssen zu stehen kommen», sagt Fiedler, der damit die Test- und Hobbyphase am Hauenstein für beendet erklärt.

Er ist auch stolz, bald eine Lokomotive mit Solarpanels einsetzen zu können. Auch wenn sein Betrieb einen auf Nostalgie machen muss, so will er möglichst auf fossile Energieträger verzichten. Fiedler: «Wir wollen neue Wege zeigen. Wir nennen uns nicht grundlos ‹Modern Steam›.»

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