Bahnersatz
Läufelfingerli: Bus ersetzt ab 2017 abends die S-Bahn

Ab 2017 verkehren auf der Linie S9 abends keine Züge mehr. Dafür wird die Verbindung zwischen Sissach und Olten mit dem Bus gewährleistet. Mit der Umstellung von Bahn auf Bus kann Baselland sparen – Solothurn hingegen nicht.

Hans-Martin Jermann
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Der Bus ersetzt abends die Bahn.

Der Bus ersetzt abends die Bahn.

Christian von Arx

Auf der Linie S 9 zwischen Sissach und Olten, dem Läufelfingerli, verkehren 2017 abends ab 21 Uhr keine Züge mehr. Dies hat der Landrat am 25. Februar beschlossen. Grund sind die Sparbemühungen des Kantons. Unklar war zunächst, wie das Ersatzangebot im Homburgertal aussehen soll. Mittlerweile haben sich die Kantone Baselland und Solothurn im Grundsatz geeinigt: Anstelle der drei wegfallenden Kurspaare auf der Schiene sollen Busse die Verbindung zwischen Sissach und Olten aufrechterhalten. Dies geben die öV-Planer der Kantone auf Anfrage der bz bekannt.

Umsteigen in Läufelfingen

Allerdings wird der Fahrgast umsteigen müssen, wenn er über die Kantonsgrenze fährt. Dies sowohl aus konzessions- als auch fahrplantechnischen Gründen, wie Dominic Wyler, öV-Planer in der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion festhält. So sollen zu den Abendstunden zwischen Sissach und Läufelfingen Busse der BLT zirkulieren. Von der anderen Seite des Hauensteins ist geplant, die Buslinie 506 (Olten–Wisen) des Busbetriebes Olten–Gösgen–
Gäu nach Läufelfingen weiterzuziehen.

Die Abendfahrt von Olten nach Läufelfingen wird im Bus künftig zwölf Minuten länger dauern als heute im Zug; von Sissach nach Läufelfingen sind es fünf Minuten. Umgekehrt werden gewisse Verbindungen sogar schneller: So spart der öV-Nutzer zwischen Basel und Läufelfingen fünf Minuten – dank einer Schnellzugverbindung zwischen Basel und Sissach sowie kürzerer Umsteigezeiten am Bahnhof Sissach.

Mit der Vereinbarung kann der Kanton Baselland auf der Läufelfingerli-Linie unter dem Strich Geld sparen. Der Busersatz zwischen Sissach und Läufelfingen war in der landrätlichen Sparvorlage bereits eingerechnet. Noch unklar ist hingegen, wie teuer das zusätzliche Busangebot zwischen Wisen und Läufelfingen den Kanton Solothurn zu stehen kommt. Bei den Transportunternehmen sind Offerten verlangt worden; Angebote liegen noch keine vor. Im Gegensatz zu Baselland dürfte für Solothurn durch die Umstellung von Bahn auf Bus kein Spareffekt resultieren, sagt Ludwig Dünbier, Abteilungsleiter Öffentlicher Verkehr im Solothurner Bau- und Justizdepartement. Das ist nicht ohne Brisanz: Stellt sich heraus, dass für Solothurn Mehrkosten resultieren, dann hat Baselland auf Kosten des Partners gespart.

Diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung machen könnte noch die Verfassungsklage der Gemeinde Läufelfingen: Diese moniert, bei der Erarbeitung der Sparvorlage vom Kanton nicht angehört worden zu sein. Wird die Klage gutgeheissen, so ist der Beschluss zur Kürzung der drei Zugspaare infrage gestellt, wie Dominic Wyler einräumt. Spätestens am 9. August, der Eingabefrist des Bundes für den Fahrplan 2017, muss der Gerichtsbeschluss vorliegen.

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