LAUFEN
Lehmverputzt und lichtdurchflutet: Der neue Hauptsitz der EGK-Gesundheitskasse

Ein ökologischer Bau, aus nachhaltigen Werkstoffen geschaffen und lokal verortet, soll der Neubau der EGK sein. Nun ist er fast bezugsbereit.

Eva Oberli
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Der EGK-Neubau ist mit 9000 Pflanzen umgeben.

Der EGK-Neubau ist mit 9000 Pflanzen umgeben.

Bild: Kenneth Nars

In den letzten zwei Jahren ist am Birspark 1 ein Gebäude entstanden, das ökologisch höchsten Standards genügen und eine Wohlfühlatmosphäre für die Kunden und insbesondere die rund 140 Mitarbeitenden bieten will.

Um den Neubau organisch zwischen der Birs und dem Baumbestand auf dem Areal einzubetten, nahmen die Projektplaner die Themen «Wasser» und «Baum» auf mehreren Ebenen auf. Ein hölzerner Skelettbau, der mit einer Einstellhalle im Boden verwurzelt ist, trägt die Statik. Das Heiz- und Kühlsystem des Gebäudes wird mit Wasser aus der Birs gespiesen, die Flure und Treppenaufgänge zwischen den einzelnen Stockwerken sind durch einen Mäander fliessend verbunden.

Illusorische Lehmverarbeitung und Strahlenschutz im Betonkern

Die Architekten entschieden mit der Bauherrschaft, die Verputze mit Lehm zu gestalten. Mit zwei Pigmenten eingefärbt, mit Strohhäcksel durchsetzt und strukturiert, erzeugt der Lehm die Illusion einer Baumrinde, welche die tragenden Betonkerne einkleidet. Die bewusste Verwendung von Lehm als Baustoff steht für Naturnähe und Nachhaltigkeit.

Um das Wohlbefinden zusätzlich zu steigern, enthält der verwendete Beton das Einstreupulver Carbometum. Dieses soll die negativ wirkenden Wasseradern und Erdstrahlen brechen beziehungsweise positiv umwandeln.

«Nachhaltig zu bauen hat einen hohen Preis, dafür aber auch einen hohen Wert»,

sagt Bauleiter Daniel Miesch über das 25 Millionen schwere Projekt.

 

Links: Der strukturierte Lehm symbolisiert Baumrinde.
Rechts: Die Decke ist mit Weisstanne furniert, die gläsernen Bürowände zieren Heilkräuter.

Der eng getaktete Zeitplan ging auf

Ende 2018 hatte Flubacher-Nyfeler+Partner Architekten AG den Zuschlag für das Projekt bekommen. Der Spatenstich fand bereits im darauffolgenden September, pünktlich zum 100-Jahr-Jubiläum der EGK, statt. «Die Coronapandemie hatte auf das Projekt praktisch keinen Einfluss», erklärt Daniel Miesch. «Die Materialien und Werkstoffe waren schon früh genug bestellt und entgingen so den Lieferverzögerungen, die mit dem ersten Lockdown auftraten.»

Auch personell gab es nie tagelange Ausfälle wegen Corona-Erkrankungen oder Quarantänepflichten innerhalb der verschiedenen Arbeitsgruppen. «Wir hatten auch das notwendige Glück», meint EGK-Geschäftsleiter Reto Flury.

Vom 5. bis 9. Juli steht der Einzug in den neuen Standort an. Nach dem Einrichten müssen die Mitarbeitenden die Büros aber wieder verlassen, denn die Homeoffice-Pflicht gilt nach wie vor.

In einer früheren Version dieses Artikels wurde fälschlicherweise angegeben, dass der EGK-Neubau morgen Samstag, 5. Juni von der breiten Öffentlichkeit besucht werden kann. Dieses Angebot richtet sich aber lediglich an geladene Fachpersonen.