S-Bahn
Laufen muss weiterhin auf den Viertelstundentakt warten

Priorität hat auf der Laufentallinie der zusätzliche Schnellzug, der wegen des Umbaus in Lausanne nötig wird. Deshalb muss der S-Bahn-Viertelstundentakt nach Laufen weiter warten. Im Konzept für 2030 ist er nur bis Aesch vorgesehen.

Daniel Haller
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Eingleisig hat die S-Bahn im Laufental keine Chance auf einen Ausbau des Angebots. Roland Schmid

Eingleisig hat die S-Bahn im Laufental keine Chance auf einen Ausbau des Angebots. Roland Schmid

Unangenehme Überraschung: Die Linienpläne für das künftige S-Bahn-System, die Agglo Basel am Freitag publizierte, zeigen 2030 für den Ast ins Laufental nur bis Aesch einen Viertelstundentakt. Dabei hiess es noch im Oktober 2011 in der bz: «Bis spätestens 2025 soll jede Viertelstunde eine S-Bahn zwischen Basel und Laufen fahren.»

Die gute Botschaft: Der Viertelstundentakt nach Laufen ist nicht ganz vom Tisch. «Aber er ist nicht für 2030 vorgesehen», erklärt Oliver Biedert, Leiter öffentlicher Verkehr Baselland. Die schlechte Nachricht: Für die Zeit nach 2030 kann Biedert «noch nicht genau» sagen, wann der durchgehende Viertelstundentakt bis Laufen kommt.

Zweiter Schnellzug geht vor

Grund sind die Ausbaupläne der SBB im Raum Lausanne, weswegen die SBB den ICN durchs Laufental um eine halbe Stunde im Fahrplan verschieben wollen. Um die Anschlüsse an den Fernverkehr zu erhalten, kämpft die Nordwestschweiz geeint für einen zusätzlichen Schnellzug durchs Laufental (die bz berichtete): Der Baselbieter Landrat und der Basler Grosse Rat haben eine entsprechende Resolution bereits beschlossen, das jurassische Parlament befindet demnächst darüber. Der Projektierungskredit für den nötigen Doppelspurausbau Duggingen–Grellingen werde voraussichtlich im Januar in den Landrat kommen, erklärt der Präsident der Bau- und Planungskommission, Franz Meyer.

Erste Priorität geniesst dieser zusätzliche Regioexpress (RE). «Wenn dieser – was in der Diskussion ist – auch in Zwingen und Dornach hält, kann ich damit leben, dass der Viertelstundentakt der S-Bahn nach Laufen aufgeschoben ist», meint Meyer. Allerdings ist auch der RE keineswegs gesichert: Der Ausbau des Ostkopfs Basel SBB, ohne den aus dem Laufental kein zusätzlicher Zug einfahren kann, soll erst 2025 fertig werden.

Vollständige Doppelspur nötig?

Wie weit die nun für den RE geplante Doppelspurinsel bei Grellingen für den S-Bahn-Viertelstundentakt bis Laufen ausreicht, ist für Meyer offen. Er vermutet, dass die Fahrplanstabilität zu schlecht wäre: Ist ein Zug zu spät, müssen die anderen warten, was eine Kettenreaktion auslöst. Es sei deshalb möglich, dass erst ein vollständiger Doppelspurausbau den Viertelstundentakt bis Laufen ermöglichen würde.

Für den Ausbau bis 2030 bleibt also der Viertelstundentakt bis Aesch. «Das Angebotskonzept funktioniert als Gesamtnetz nur, wenn wir auf jedem S-Bahn-Ast den Viertelstundentakt realisieren», erläutert Biedert. Das ist logisch: Will man Durchmesserlinien – und dafür will man das Herzstück bauen –, dann muss immer auf der ganzen Strecke der gleiche Takt gelten.

Wie weit hinaus auf jedem Ast der Viertelstundentakt bis 2030 aber umgesetzt wird, sei von der Nachfrage abhängig, betont Biedert. Dass also auf dem Linienplan der Viertelstundentakt auf der Ergolzlinie statt nur bis Liestal bereits bis Sissach eingezeichnet ist, sei noch kein Versprechen, dass dieser Ausbauschritt auf 2030 bereits realisiert werde. Auf einen anderen Aspekt weist Meyer hin: «Vordringlich ist, dass das Herzstück gebaut wird, denn ohne dieses gibt es keinen Viertelstundentakt.»