Spital Laufen
Laufner Stadtpräsident Imhof: «Kosten von 1,5 Millionen Franken jährlich sind zahlbar»

Alex Imhof war federführend am Zustandekommen der neuen Vereinbarung beteiligt, dass das Laufner Spital auch künftig einen 24-Stunden-Notfall betreiben kann. Im Interview erklärt er die wichtigsten Gründe für den Verhandlungsdurchbruch mit dem Kanton.

Bojan Stula
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Der Laufner Stadtpräsident Alex Imhof (rechts) und Stadtverwalter Walter Ziltener freuen sich über den Vertragsabschluss mit dem Kanton zum künftigen 24-Stunden-Notfalldienst.

Der Laufner Stadtpräsident Alex Imhof (rechts) und Stadtverwalter Walter Ziltener freuen sich über den Vertragsabschluss mit dem Kanton zum künftigen 24-Stunden-Notfalldienst.

Bojan Stula

Alex Imhof, wieso haben Sie überhaupt mit dem Regierungsrat Verhandlungen über die künftigen Angebote im Spital Laufen aufgenommen?

Alex Imhof: Das im Grundlagenpapier zur neuen Spitalgruppe vorgesehene Angebot wurde als ungenügend für eine adäquate Gesundheitsversorgung angesehen. Dass das Laufental peripher in der Region liegt, ist bekannt. Eine dezentrale, gute Gesundheitsversorgung ist darum unabdingbar. Es braucht eine funktionierende Notfallversorgung und qualitativ hochstehende Leistungen, insbesondere auch für die schwächeren Mitglieder unserer Gesellschaft, zum Beispiel ältere Personen und wenig Begüterte.

Dann ging es primär um Verlustängste einer Randregion?

In Laufen ist der Gesundheitssektor der grösste Arbeitgeber. Dazu gehören nicht nur das Spital, sondern auch Apotheken, Ärzte, und die einzige Krankenkasse im Kanton. Auf diesem wichtigen Sektor soll man nicht abbauen, sondern darauf soll man aufbauen. Aufbauen statt niederreissen, ist das Motto.

Mit welcher Einstellung sind Sie in die Verhandlungen gestiegen?

Wir bieten Hand zu Veränderungen, wenn sie im Interesse der Beteiligten sind. Wir wollen aber die Gewähr dafür, dass zukünftige Änderungen nicht mehr einseitig verordnet werden.
Die Verhandlungsdelegation zur Zukunft des Spitals Laufen (VDSL) ging vom Laufentalvertrag als Ausgangspunkt aus. Es war nicht das Ziel der Delegation, auf Teufel komm raus eine wörtliche Umsetzung des Vertrages durchzusetzen. Das Ziel war vielmehr, als Vertragspartei am zukünftigen Angebot mitreden zu können und ein möglichst grosses Angebot in Laufen aufrecht zu erhalten, das dem Fortschritt im Gesundheitswesen Rechnung trägt, sprich aus qualitativer Sicht sinnvoll ist und in einem angemessenen Kosten-Nutzen Verhältnis steht. Die VDSL suchte den möglichst grossen Nutzen für die Bevölkerung, ohne die Sicht auf den Gesamtkanton zu verlieren. Die VDSL will nicht das Maximum, nur um Recht zu haben, sondern den best case für die Bevölkerung.

Was war der entscheidende Faktor für den aus Ihrer Sicht erfolgreichen Abschluss?

Dass die Laufentaler Delegation von Anfang an eine gewisse Flexibilität signalisierte, und dass der Kanton sich offen auf die Verhandlungen einliess. Teilweise wurden die neu ausgehandelten Massnahmen noch während der laufenden Verhandlungen umgesetzt, was ebenfalls zusätzlich Vertrauen schuf.

Und, sehen Sie nun der Zukunft des eigenen Spitals optimistisch entgegen?

Das zukünftige Angebot im Spital Laufen ist nach Meinung der VDSL gut. Es ermöglicht eine angemessene, bevölkerungsnahe Grundversorgung im Laufental. Spezialisierte Einrichtungen in Basel, Liestal oder im Bruderholz zu nutzen, macht aus qualitativer Sicht Sinn. Das Angebot hat einen guten Kosten-Nutzen-Effekt; die Kosten von 1,5 Millionen Franken jährlich sind zahlbar. Damit zeigt der Kanton staatspolitische Verantwortung für seine Einwohner, und das Laufental staatspolitische Verantwortung in Bezug auf seine Forderungen. Unsere beiden wichtigsten Ziele, die optimale Gesundheitsversorgung und der Schutz des Wirtschaftsstandorts, sind aus meiner Sicht erreicht.

Was macht Sie so sicher, dass in ein paar Jahren doch nicht wieder alles ganz anders kommt?

Besonders wichtig erachte ich die Absicht der Parteien, das Verhandlungsresultat in einem verwaltungsrechtlichen Vertrag zu fixieren. Auch das schafft Vertrauen und fixe Grundlagen. Zudem ist vorgesehen, dass zukünftige Angebotsveränderungen - und die sind ja angesichts des medizinischen Fortschritts nicht auszuschliessen, beziehungsweise sinnvoll - mit den Laufentalern abgesprochen werden. Damit wird auch unser drittes Ziel, die Verlässlichkeit, im Rahmen des Möglichen erfüllt.

Wie beurteilen Sie diesen Vertragsabschluss vor dem Hintergrund des Laufentalvertrags, der ja eine dauernde Fortführung des ehemaligen Feningerspitals mit der Grundversorgung für Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie, Geburtshilfe und Notfallstation vorsah?

Für mich hat das eine besondere Bedeutung: Einerseits wird damit vom Kanton anerkannt, dass der Laufentalvertrag noch existiert und weiterhin Geltung hat. Gleichzeitig anerkennen die Laufentaler, sich Veränderungen nicht zu verschliessen und partnerschaftlich für die Bevölkerung gute Lösungen zu suchen.