Leerstand
Kantonales Altersheim in Liestal soll umgenutzt werden

Die Stadt hat schon zahlreiche Ideen für die Umnutzung des Altersheims, während beim Kanton noch keine konkreten Pläne vorhanden sind. Ausgeschlossen ist lediglich ein Abbruch.

Tomasz Sikora
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Ein Gebäude mit bewegter Geschichte und viel Potenzial: das kantonale Altersheim in Liestal.

Ein Gebäude mit bewegter Geschichte und viel Potenzial: das kantonale Altersheim in Liestal.

Juri Junkov

Das Gebäude hat schon einige Nutzungswechsel erlebt – und bald soll der nächste folgen. Die Psychiatrie Baselland will nämlich ihre drei Betriebe im kantonalen Altersheim an der Rheinstrasse in Liestal in den geplanten 100-Millionen-Campus an der Wiedenhubstrasse zügeln, wie die bz gestern erfuhr.

Zurzeit ist dort neben einer Alterspsychiatrie und einem Ambulatorium eine Wohngruppe für beeinträchtigte Menschen untergebracht, sie trägt den Namen Inclusioplus. Spätestens 2025 soll auch sie umziehen und das Gebäude wieder in die Hände des Kantons übergehen.

Gebäude besitzt eine bewegte Geschichte

Das repräsentative Gebäude in Hufeisenform wurde nicht zufällig an diesem Standort errichtet – es sollte auf der Anhöhe sein eindrucksvolles Volumen optimal zur Geltung bringen. Beschlossen wurde der Bau, der als kantonales Spital dienen sollte, im Jahr 1851. Dem Baubeschluss gingen im Landrat lange Beratungen, Abklärungen und Untersuchungen voraus.

Der Bau war nötig geworden, nachdem im Zuge der Kantonstrennung nicht mehr genügend Krankenbetten im jungen Kanton vorhanden waren. Projektiert wurde das Gebäude vom kantonalen Bauinspektor Benedikt Stehlin, der dafür zusammen mit dem Spitalarzt die Spitäler Zürich, Basel und Königsfelden besucht hatte. Das Spital, das zwischen 1852 und 1854 fertiggestellt wurde, bot Platz für 350 Betten, im mittleren Teil eine Krankenabteilung und in den Flügeln eine Abteilung für psychisch Kranke.

Nach der Fertigstellung des neuen Krankenhauses (heute Birmann-Spital) 1877 diente das Kantonsspital nach einer Erweiterung im Jahre 1888 bis 1934 als Fürsorge- und Altersheim mit Alters- und Psychiatrieabteilung, bis nach dem Bau der Heil- und Pflegeanstalt Hasenbühl die psychisch Kranken separat untergebracht werden konnten. Seither befindet sich im früheren Kantonsspital das kantonale Altersheim.

Stadt Liestal zeigt sich auch am Gebäude interessiert

Wie Daniel Muri, Liestaler Stadtrat und Präsident der Stadtbaukommission, auf Anfrage betont, ist die Stadt an einer Entwicklung des kantonalen Altersheims sehr interessiert:

«Es handelt sich um ein repräsentatives Gebäude mit grossem Potenzial und bewegender Geschichte, von dem die Stadt Liestal profitieren könnte.»

Vom Start-up über ein Hotel- und Kongresshaus oder eine kulturelle Nutzung bis hin zu Werkstätten sei vieles denkbar, so Muri, denn: «Es hat Platz genug für alle.»

Anders als die Stadt gibt sich der Kanton, was die Nutzung des kantonalen Altersheims nach 2025 anbelangt, zurückhaltend. Catia Allemann, Sprecherin bei der kantonalen Bau- und Umweltschutzdirektion, sagt auf Anfrage: «Konkrete Ergebnisse liegen dazu noch nicht vor.» Lediglich ein Abbruch sei aus Denkmalschutzgründen ausgeschlossen.

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